"Ihr habt die ganze Partei mitgezogen. Das werde ich Euch nie vergessen." Ein dankbarer NRW-Ministerpräsident Henrik Wüst hat am Samstag in Neuss zurückgeblickt auf die Landtagswahl 2022, die seine CDU mit deutlichem Abstand gewinnen konnte.
Großen Anteil an diesem Sieg schrieb Wüst der Nachwuchsorganisation der CDU zu, der Jungen Union, dessen Landesvorsitzender Wüst selbst einmal gewesen ist, von 2000 bis 2006.
Mehr Kaderschmiede als Stachel im Fleisch
Es entspricht dem Selbstverständnis der Jungen Union (JU), die Mutterpartei zu Wahlsiegen zu treiben, mehr Kaderschmiede zu sein, als Stachel im Fleisch der CDU - auch wenn die Wahlergebnisse unter jüngeren Menschen für die CDU oft nicht gut sind.
Auch der bisherige Landesvorsitzende Johannes Winkel (31) blickte selbstbewusst zurück auf die vergangenen zweieinhalb Jahre, in denen er die Junge Union in NRW geführt hat. "Willkommen bei der größten politischen Jugendorganisation in Nordrhein-Westfalen", sagte Winkel - ein Seitenhieb auf diejenigen, die die Jugend mit "grüner Politik" gleichsetzen.
Winkel verabschiedete sich von den Mitgliedern in NRW. Er sei "befördert" worden, wie Wüst es nannte, und ist seit November 2022 der Bundesvorsitzende der Jungen Union Deutschland.
Als Nachfolger stand in Neuss nur einer zur Auswahl: Kevin Gniosdorz (31) aus Bad Wünnenberg im Kreis Paderborn, dort CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat.
Knapp 83 Prozent für den neuen Vorsitzenden
Gniosdorz betonte in seiner Rede, dass er die CDU zur Klimaschutzpartei in Deutschland machen will: "Es gibt im Moment keine Partei, die Klimaschutz kann." Die Grünen würden das nur behaupten. Sollte Deutschland die Energietransformation nicht schaffen, wäre das gleichbedeutend mit Wohlstandsverlust.
Am Ende wurde Gniosdorz mit deutlicher Mehrheit gewählt. Knapp 83 Prozent der JU-Delegierten stimmten für ihn.