Ein bunt bedruckter Bierdeckel liegt auf einem Tisch, auf ihm steht "Jeck aber sicher", dazu Infos zum Verhalten für Opfer von K.O.-Tropfen

Warn-Aktion der Landesregierung

Aktion "Jeck aber sicher" warnt vor K.o.-Tropfen im Karneval

Stand:

Justizminister Limbach und die Opferbeauftragte Havliza warnen vor der Gefahr durch K.o.-Tropfen an den tollen Tagen. Auf Bierdeckeln für die Düsseldorfer Kneipen stehen die wichtigsten Infos.

Von Sabine Tenta

"Jeck aber sicher" - unter diesem Motto warnt die Landesregierung eindringlich vor der Gefahr durch K.o.-Tropfen - insbesondere im Karneval. NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) und die Opferbeauftragte des Landes, Barbara Havliza, verteilen am Dienstag, also zwei Tage vor dem Beginn des Straßenkarnevals, in der Düsseldorfer Altstadt Aktions-Bierdeckel und Infomaterial.

Barbara Havliza warnt vor Gefahren im Karneval

Barbara Havliza mit Bierdeckel "Jeck aber sicher"

Barbara Havliza in Düsseldorf

Die Opferbeauftragte Havliza sagte am Dienstag im WDR, dass bei den Wirten in Düsseldorf eine große Bereitschaft sei, die Aktion zu unterstützen. Sie warnte: Je voller eine Kneipe sei, desto leichter sei es auch, die K.o.-Tropfen unbemerkt in ein Getränk zu mischen. Karneval sei "eine der Hochzeiten" für derartige Delikte. Und im Zweifelsfall gelte für Feiernde: "Pfeif auf die fünf Euro, die ein Getränk kostet, kipp' es lieber weg."

Landesregierung warnt vor K.O.-Tropfen an Karneval

WDR Studios NRW 10.02.2026 00:36 Min. Verfügbar bis 10.02.2028 WDR Online

Basisinfos auf einem Bierdeckel

Die Pappdeckel der Landesregierung klären in knapper Form auf, wie man sich schützen kann ("Getränke im Blick behalten", "Achtet aufeinander"), welche Warnzeichen es gibt, dass man K.o.-Tropfen eingenommen hat ("Plötzliche Übelkeit/Schwindel", "Willenlosigkeit, Bewegungsprobleme") und was zu tun ist, wenn es passiert ist ("Sofort Hilfe holen", "Ärztlich abklären lassen"). Der Bierdeckel ermuntert auch ausdrücklich dazu, selbst bei Unsicherheit eine Anzeige zu erstatten.

Ein QR-Code verlinkt auf das Opferportal des Landes. Die Nummer des Hilfetelefons der Opferschutzbeauftragten wird mehrfach kommuniziert:

0800 - 33 45 667 Hilfetelefon für Opfer von K.o.-Tropfen

Bierdeckel nur für Düsseldorf

1.000 Bierdeckel hat die Landesregierung drucken lassen, sie werden in Düsseldorf verteilt. Angesichts des Gertränkeumsatzes in NRW an den fünf tollen Tagen ist das eher eine symbolische Aktion. Denn auch wenn der Bierkonsum insgesamt rückläufig ist, so ist während der Karnevalstage doch mit einem deutlichen Umsatzplus zu rechnen. Die Zahl der gefüllten Gläser wird wieder in die Millionen gehen.

Aktuelles Strafrecht unzureichend

Sollte es zu einer Straftat unter Verwendung von K.o.-Tropfen kommen, werden sie nach einem Strafrecht geahndet, das nur unzureichend auf diese Droge eingeht. Aktuell sieht es so aus: Wird bei einer Vergewaltigung ein gefährlicher Gegenstand wie ein Messer verwendet, liegt die Mindeststrafe bei fünf Jahren, werden K.o.-Tropfen eingesetzt, bei drei Jahren. Ähnliches gelte für die Begehung eines Raubs, erklärte das NRW-Justizministerium.

NRW initiierte Strafrechtsverschärfung

Um das zu ändern, hatte NRW im letzten Jahr zusammen mit Hamburg und dem Saarland eine Bundesratsinitiative zur Verschärfung des Strafrechts eingebracht. Es könne nicht sein, dass bereits ein einfacher Schlüsselbund, der bei einer Tat als Schlagmittel eingesetzt wird, strafverschärfend wirkt, K.o.-Tropfen, die Opfer wehr- und willenlos machen und mit gesundheitlichen Risiken für die Opfer verbunden sind, aber nicht, argumentierte Justizminister Limbach.

In der Zwischenzeit befindet sich laut NRW-Justizministerium ein Referentenentwurf des Bundesjustizministeriums in der Abstimmungsphase. Mit einer baldigen Umsetzung könne gerechnet werden. Er sieht vor, dass neben Waffen und gefährlichen Werkzeugen auch Mittel wie feste, flüssige oder gasförmige Stoffe erfasst werden. Dazu gehören dann auch endlich die flüssigen K.o.-Tropfen.

Unsere Quellen:

  • Informationen des Justizministeriums
  • Interview mit Barbara Havliza auf WDR 2
  • Eigene Recherche
  • Eigene Berichterstattung

Sendung: WDR 5, Nachrichten / Landesregierung warnt vor K.O.-Tropfen an Karneval, 10.02.2026, 07:30 Uhr

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