NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) sowie Vertreter von Kommunen und Wasserverbänden haben in Düsseldorf einen Pakt für mehr Hochwasserschutz unterzeichnet. Oft geht viel Zeit ins Land, bis typische Schutzmaßnahmen wie der Bau von Rückhaltebecken, die Sanierung von Deichen oder die Renaturierung von Flussauen umgesetzt werden können - das soll sich nun ändern.
Die Idee ist: Wenn Kommunen, das Land und Wasserverbände die Maßnahmen in Zukunft gemeinsam planen, können sie schneller realisiert werden. "Mit dieser Vereinbarung schaffen wir eine große Allianz für den Hochwasserschutz", sagte Umweltminister Krischer bei der Unterzeichnung.
Umweltminister Oliver Krischer unterzeichnet den "Pakt für Hochwasserschutz"
Der Dürener Landrat Ralf Nolten (CDU) erklärte dazu: "Wie kann ich Genehmigungsverfahren verschlanken? Dadurch, dass zum Beispiel schon auf der untersten Ebene, bei den Wasserverbänden, Vorhaben geprüft werden und man so die Kreise und die Bezirksregierung entlastet".
Lange Genehmigungsverfahren
Bisher liefen Planungen nämlich oft nebeneinander und waren nicht abgestimmt. Das hatte zur Folge, dass Kommunen oft nicht sicher sein konnten, ob es zu dem Zeitpunkt der Genehmigung eine Förderung für diese Maßnahme geben würde. Abhilfe schaffen soll nun auch eine digitale Hochwasserplattform, in der die einzelnen Schritte des Verfahrens eingesehen werden können.
Umweltminister Krischer verwies auch darauf, dass das Land für die nächsten 12 Jahre jedes Jahr 100 Millionen Euro Förderung für den Hochwasserschutz bereitstellen werde. Die Vertreter der kommunalen Spitzenverbände, Christoph Landscheidt (Städte- und Gemeindebund NRW), Christian Küsters (Städtetag NRW) und Ralf Nolten (Landkreistag NRW) erklärten, dass Städte, Kreise und Gemeinden für den Hochwasserschutz Ressourcen bräuchten. Insofern sei es "ein erster guter Schritt", dass das Land die Förderung für 12 Jahre in Aussicht gestellt habe.
Regionale Hochwasserpakte
In NRW wurden seit der Hochwasserkatastrophe 2021 rund 500 Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt, sagte Krischer. Damit habe man den Hochwasserschutz "ganz neu aufgesetzt". Beispielsweise werde jetzt an mehr Stellen erfasst, wie hoch die Flusspegel sind: "Wir setzen neue Technik ein, um die Menschen besser zu informieren. Das ist alles weitgehend abgeschlossen", erklärte Krischer. Künftig soll der Hochwasserschutz an kleineren Gewässern eine höhere Priorität bekommen.
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04:37 Min.. Verfügbar bis 14.07.2027.
Geplant sind regionale Hochwasserpakte. Dafür wurde NRW anhand von Flussverläufen in die zehn Gebiete Ems, Weser, Lippe, Emscher, Ruhr, Rhein, Wupper, Sieg, Erft, Eifel-Rur und Niers unterteilt. In den Regionen Emscher, Lippe und Erft könnten erste Regionalpakte bis zum Sommer unterzeichnet werden.
Unsere Quellen:
- Interview mit NRW-Umweltminister Oliver Krischer
- Interview mit Dürener Landrat Ralf Nolten
- Pressetermin Unterzeichnung Hochwasserpakt
Sendung: WDR 5, Nachrichten, 09.02.2026, 14 Uhr
