Gewerkschaft schlägt Alarm: Zu wenig Geld und Personal für Schulen in NRW

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Zum Schulbeginn macht die Gewerkschaft GEW auf die "Bildungskrise" aufmerksam und fordert die Landesregierung zum Handeln auf. Eine Idee: Weitere Klassenarbeiten streichen.

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Christian Wolf
Christian Wolf

Nach sechseinhalb Wochen Sommerferien hat am Montag wieder der Unterricht in NRW begonnen. Rund 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler sind in das neue Schuljahr gestartet. Im Vorfeld hat das CDU-geführte Schulministerium einige Veränderungen angekündigt. So sollen Alltagshelfer an den Grundschulen für Unterstützung sorgen, weniger Klassenarbeiten geschrieben und bürokratische Vorgaben entrümpelt werden. All das soll gegen den Personalmangel helfen.

Gewerkschaft sieht "Bildungskrise"

Doch reicht das aus, um für eine bessere Bildung zu sorgen? Die Bildungsgewerkschaft GEW sagt nein und schlägt Alarm: "Wir sind mitten in einer Bildungskrise. Unser größtes Problem ist der Fachkräftemangel, der die Beschäftigten extrem belastet und den Kindern ihre Bildungschancen raubt. NRW beerdigt die Bildungschancen seiner Kinder in erschreckendem Maße", sagte die Landesvorsitzende Ayla Çelik am Montag in Düsseldorf.

Hinzu komme eine "chronische Unterfinanzierung". Allein bei den Gebäuden gebe es einen Sanierungsstau in Milliardenhöhe. "Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Handlungsdefizit", so Çelik.

Mehr Veränderungswillen gefordert

Von der schwarz-grünen Landesregierung zeigte sich die Gewerkschafterin enttäuscht. "Das Bildungssystem braucht nicht eine Leistungsstudie nach der anderen, sondern den politischen Veränderungswillen. Nur wenn die Rahmenbedingungen politisch verändert werden, kann eine nachhaltige Lösung gelingen."

So müssten zum Beispiel "alle Möglichkeiten zur Lehrkräftegewinnung" genutzt werden. Abordnungen an andere Schulen oder das Einschränken von Teilzeitmöglichkeiten gehörten aber nicht dazu. "Damit wird der immensen Überlastung der Lehrkräfte weder Rechnung getragen noch deren Belastung gesenkt." Stattdessen mache das Schulministerium den Lehrerberuf dadurch noch unattraktiver.

Demonstration in Köln geplant

Kurzfristig fordert die Gewerkschaft, dass die Vorgaben in den Lehrplänen überprüft und noch zusätzliche Klassenarbeiten gestrichen werden. Für das Einsammeln von Geldern oder die Wartung von Laptops brauche es Verwaltungsassistenzen und externes Personal für den IT-Support. Mittelfristig solle der Seiteneinstieg besser und attraktiver gemacht werden - unter anderem durch eine bessere Bezahlung.

Um auf die Probleme aufmerksam zu machen, ruft die GEW zu einem Protesttag auf. Am 23. September soll zusammen mit dem Bündnis "Bildungswende jetzt!" in Köln demonstriert werden.

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