Von wegen, die wollen nur spielen - Gaming ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, auch in Nordrhein-Westfalen. Darum hat NRW-Medienminister Nathanael Liminski (CDU) am Mittwoch bei seinem Besuch der Gamescom eine neue Förderrichtlinie des Landes NRW mitgebracht: Vier Millionen Euro stellt das Land für die Projektförderung zur Verfügung.
Anfang September tritt die Richtlinie in Kraft. Aus Darlehen werden dann nicht rückzahlbare Zuschüsse. Gefördert werden sollen neben den klassischen Videospielen zur Unterhaltung auch sogenannte "Serious Games" und "Gamification-Anwendungen".
Fokus der NRW-Förderung
Laut Staatskanzlei NRW orientiert sich die neue Förderrichtilinie an aktuellen Marktbedürfnissen und legt einen Fokus auf Projekte von kleineren und Nachwuchsunternehmen mit Produktionskosten von bis zu 300.000 Euro. Das sei in enger Abstimmung mit der Games-Branche und in Zusammenarbeit mit der Film- und Medienstiftung NRW entwickelt worden.
Förder-Lückenschluss in der bundesweiten Branche
Nach Angaben von NRW-Medienminister Liminski, der auch Chef der Staatskanzlei ist, schließt Nordrhein-Westfalen mit dem Fokus auf Projekte mit kleineren Budgets und der Nachwuchsförderung eine Lücke in der bundesweiten Förderlandschaft: "Länderförderung entfaltet eine größere Wirkung, wenn sie komplementär zum Bund gestaltet ist."
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) will die Branche ab 2026 mit 125 Millionen Euro pro Jahr fördern.
Mit der neuen Förderung reagiert NRW nach Aussage der Staatskanzlei auf "veränderte Markt-Realitäten in der Games-Branche". Dazu zählten "steigender kreativer und technischer Innovationsdruck, internationaler Wettbewerb sowie die Anforderung zur schnellen Markteinführung neuer Spiele und neuer Funktionen".
NRW war 2024 der zweitbeste Games-Standort in Deutschland
Game, der Verband der deutschen Games-Branche, hat in seinem Jahresreport 2024 unter anderem die besten Standorte für seine Unternehmen ermittelt. Demnach belegt NRW im Länderranking Platz zwei - hinter Bayern. Ein Jahr zuvor war die Platzierung noch genau umgekehrt, NRW an der Spitze und Bayern auf Platz zwei.
NRW fördert Simulation von Bahnchaos
Zu den in diesem Jahr bereits durch NRW geförderten Spielen gehört ein ganzes Bündel an neuen Gaming-Projekten. Neben Fantasy-Spielen oder einem Eishockey-Game werden auch Projekte gefördert, die einen ernsten Hintergrund haben, wie die Filmstiftung NRW mitteilt. Sie ist für die Umsetzung der Förderung zuständig.
Gefördert wurde demnach zum Beispiel "Life" von "Toe Jam Games" aus Köln. Hier geht es um ein Abenteuer, das das Leben eines Gefangenen in einem Hochsicherheitsgefängnis aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Ebenfalls gefördert wurde "Animal Sanctuary" von Juniper Alves und Janna Zimmer aus Köln, ein Tierschutzspiel, in dem ein Tierheim aufgebaut und verschiedene Tiere versorgt werden.
Sehr lebensnah klingt auch die Spiel-Idee von Bálint Márk: "Der Träin" ist eine Simulation, in der die Spielenden als Bahnhofsansager das Chaos an einer belebten Zugstation managen müssen. Der Entwickler kommt ebenfalls aus Köln, der Stadt mit dem größten und meistfrequentierten Bahnhof in NRW.
Über dieses Thema berichten wir auch im WDR-5-Landesmagazin Westblick ab 17.04 Uhr.
Unsere Quellen:
- Mitteilung der NRW-Staatskanzlei
- Jahresreport der deutschen Game-Branche
- Informationen der Film- und Medienstiftung NRW