FDP-Fraktion will Kohle-Aus 2030 verschieben

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Seit Beginn des Kriegs im Iran hat sich der Gaspreis auf dem Weltmarkt zwischenzeitlich verdoppelt. Die FDP-Fraktion im Landtag fordert daher, der Kohleausstieg 2030 müsse verschoben werden.

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Deutschland setzt für die Zukunft auf neue moderne Gaskraftwerke zur Stromproduktion. Wenn schon Energie aus fossilen Energieträgern, dann doch aus den heimischen. Das fordert der Fraktionsvorsitzende der NRW-FDP, Henning Höne: "Wenn wir doch eines aus den letzten Jahren gelernt haben, dann ist es, dass es um Klimaschutz geht, dass es um Bezahlbarkeit geht, aber natürlich auch um Unabhängigkeit", so Höne.

FDP-Landeschef Henning Höne | Bildquelle: dpa / Guido Kirchner

Ein dauerhaftes Festhalten an der Braunkohle wollen aber auch die Liberalen nicht. Kohlestrom sei "was das Klima angeht, hochgradig problematisch. Darum sagen wir auch nicht, dass wir Braunkohle noch 100 Jahre nutzen sollten."

Neubaur will am Kohleaus festhalten

NRWs Wirtschaftsministerin Neubaur (Grüne) betont, es komme zunächst auf den Ausbau der erneuerbaren Energien an. In NRW habe man die Ausbauziele übertroffen und es geschafft sich "freizukämpfen und den Hochlauf der Erneuerbaren wirklich mit den Regionen zusammen zum Erfolg zu führen", so Neubaur.

Die geplanten Gaskraftwerke seien als Brückentechnologie gut, da sie, so zumindest der Plan, irgendwann mit Wasserstoff betrieben werden sollen. Mit der Kraftwerksstrategie habe sich die jetzige Bundesregierung laut Neubaur aber zu viel Zeit gelassen: "Ich fordere schon seit zwei Jahren, dass die endlich kommen muss."

Wann der Kohleausstieg konkret kommt, darauf will sich die NRW-Wirtschaftsministerin nicht festlegen. Klar ist: Im Sommer muss die Bundesregierung die Entscheidung treffen, ob der Kohleausstieg wie bisher vollzogen werden kann.

FDP will Kohleaus 2030 verschieben

WDR Studios NRW 06.03.2026 00:40 Min. Verfügbar bis 05.03.2028 WDR Online

Kohleausstieg bis 2030 kaum zu schaffen

Nach den bisherigen Plänen sollen die Braunkohlekraftwerke in NRW 2030 vom Netz gehen. Ein Zeitplan, der immer ambitioniert war und vor allem daran scheitern dürfte, dass die neuen Gaskraftwerke 2030 noch gar nicht fertig sind.

Mit der Erarbeitung einer "Kraftwerksstrategie" hatten erst der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Habeck (Grüne) und seine Nachfolgerin Reiche (CDU) viel Zeit gelassen. Erst Ende des vergangenen Jahres kündigte die Bundesregierung an, die neuen Anlagen kurzfristig ausschreiben zu wollen - passiert ist das noch nicht.

Die Stromproduzenten, die die neuen Kraftwerke betreiben wollen, haben allerdings vorgeplant, Platz für neue Gaskraftwerke geschaffen und zum Teil fertige Planungen in der Schublade. Doch selbst in den optimistischsten Prognosen hinsichtlich der Baugenehmigungen reicht der Zeitraum zum Bauen der Anlagen nicht aus.

Beim Energieträger verkalkuliert?

Auch wenn Deutschland kaum Gas direkt aus der Golfregion bezieht, haben die Spannungen im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran Auswirkungen auf die Weltmärkte. Der Gaspreis hat sich deutlich erhöht, zwischenzeitlich sogar verdoppelt.

Andreas Löschel von der Ruhr-Universität Bochum | Bildquelle: BR

Der Energieexperte Prof. Andreas Löschel von der Ruhr-Universität Bochum rechnet langfristig allerdings mit sinkenden Gaspreisen. "Wir sehen augenblicklich eine Krisensituation, in der die Preise explodiert sind. Allerdings gibt es viele Abschätzungen, die davon ausgehen, dass mittel- und langfristig das Gasangebot stark ansteigen wird und damit auch Preise wieder nach unten gehen", so Löschel. Spätestens dann rentierten sich der Kohlestrom auch nicht mehr.

Unsere Quellen:

  • Interview mit Henning Höne, FDP
  • Interview mit Mona Neubaur, Grüne
  • Interview mit Prof. Andreas Löschel
  • Eigene Recherchen

Sendung: WDR.de, FDP-Fraktion will Kohle-Aus 2030 verschieben, 06.03.2026, 14:00 Uhr