Euroscheine und Münzen
"Pausierung der Jurysitzungen" steht direkt auf der Internetstartseite des Gründungsstipendiums NRW. Es habe zuletzt viele neue Anträge gegeben, die zunächst bearbeitet werden müssten. Deshalb der vorläufige Stopp seit dem 1. April. Der Kölner Stadt-Anzeiger hatte darüber zuerst berichtet.
FDP kritisiert Jurypause beim Gründungsstipendium NRW
"Ich finde, das ist eine fatale Situation", sagt dazu Dietmar Brockes von der Oppositionspartei FPD. Gerade in der wirtschaftlich schwierigen Lage bräuchte man junge Leute, die mit ihren Geschäftsideen "ins Risiko gehen".
Denn mit dem Stipendium können Gründerinnen und Gründer mit 1.200 Euro pro Monat ein Jahr lang unterstützt werden. Mit der Pause würde die Schaffung innovativer Jobs erschwert, befürchtet die FDP. Das Programm wurde 2018 vom damaligen liberalen NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart in einer schwarz-gelben Koalition auf den Weg gebracht.
Viele Gelder sind schon verplant
Die aktuelle schwarz-grüne Landesregierung bestreitet nicht, dass das Gründungsstipendium ein Erfolg ist. Und das ist womöglich eines der Probleme. Denn die Zahl der Bewerbungen ist laut NRW-Wirtschaftsministerium stark gestiegen. Bis zum 24. April seien schon 203 Anträge eingegangen, heißt es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP.
Wegen der hohen Nachfrage habe das Ministerium das Budget für dieses Jahr bereits um eine Million Euro aufgestockt. Allerdings sind für neue und bereits bewilligte Stipendien auch schon viele Gelder abgeflossen. Bis Ende September soll die Jury deshalb keine neuen Förderempfehlungen mehr ausgesprechen. Stipendien aus bereits bestehenden Empfehlungen werden aber weiterhin bewilligt.
Gründungsstipendium soll überarbeitet werden
Das NRW-Wirtschaftsministerium hat angekündigt, die Vergabe für die Stipendien zu überarbeiten. Was das konkret heißen soll, schreibt die Behörde nicht.
Dietmar Brockes von der FDP warnt davor, das Gründungsstipendium angesichts knapper Kassen zu beschneiden. Schon für 2026 sei die Haushaltsposition, die auch das Stipendium umfasst, um mehr als eine halbe Million auf jetzt rund 4,5 Millionen Euro gekürzt worden.
Das Wirtschaftsministerium versucht, zu beruhigen. Durch die geplanten Anpassungen solle die Gründerförderung "verlässlich, planbar und erfolgreich bleiben." Ob das gelingt, wird man sehen, wenn die überarbeiteten Vergaberichtlinien da sind.
Unsere Quellen:
- NRW-Ministerium u.a. für Wissenschaft
- Dietmar Brockes von der FDP-Fraktion
- Antwort des Ministeriums auf Kleine Anfrage der FDP
Sendung: WDR 5, Westblick / Streit um Gründungsstipendium, 27.05.2026, 17:05 bis 18:00 Uhr
