Es sind die wichtigsten Personen in der NRW-AfD, um die sich der aktuelle Konflikt in der Partei dreht - jetzt hat er auch personelle Konsequenzen: Pressesprecher Kris Schnappertz ist vorerst freigestellt. Das bestätigten Parteikreise dem WDR.
Enger Vertrauter von NRW-Landeschef
Zuvor hatte AfD-Vize-Chef Sven Tritschler dem Partei- und Fraktionspressesprecher eine Intrige gegen sich vorgeworfen. Schnappertz gilt als enger Vertrauter von NRW-Landeschef Martin Vincentz.
Der Pressesprecher soll nach Angaben von Tritschler versucht haben, kompromittierendes Material über ihn zu beschaffen. Tritschler äußerte in dem Zuge den Verdacht, aus dem Büro des Landeschefs heraus "als Feind" markiert worden zu sein. Mit den Äußerungen löste der Vize-Chef mitten in der politischen Sommerpause einen Konflikt in Vorstand und Fraktion der NRW-AfD aus.
Landesvorstand will Arbeitsverhältnis beenden
Nun ist Schnappertz also vorerst freigestellt. Zusätzlich beantragten einige Mitglieder seinen Parteiausschluss, das berichtete zuerst die Rheinische Post. Dem WDR liegt außerdem eine E-Mail vor, in der der Pressesprecher von der Fraktion aufgefordert wird, bis kommenden Montag seine Arbeitsgeräte im Landtag abzugeben. Ziel sei eine "saubere und faire Übergabe". Darüber hinaus wird ihm in der E-Mail der Austausch über ein einvernehmliches Ende des Arbeitsverhältnisses angeboten.
Vincentz und Schnappertz äußern sich nicht
NRW-Landeschef Martin Vincentz will die Vorgänge derzeit nicht kommentieren. Ungeklärt ist darüber hinaus die Frage, inwieweit die Vorwürfe gegen Schnappertz überhaupt zutreffen. Aus Parteikreisen heißt aber bereits, dass das Vertrauen in ihn bei einigen Abgeordneten der Landtagsfraktion sehr gelitten habe. Ein Problem für alle Beteiligten - schließlich sprach Schnappertz seit Jahren für die gesamte Fraktion im Landtag. Er selbst will die Vorgänge zurzeit ebenfalls nicht kommentieren.
Für Landeschef Vincentz kommt dieser Streit auf offener Bühne ungelegen. So treffen die Vorwürfe sein engstes Umfeld und fallen in eine Zeit, in der sich die Partei eigentlich auf den Kommunalwahlkampf konzentrieren muss. Auch hier hatte es bereits eine Auseinandersetzung im Kreisverband Düsseldorf rund um Schnappertz gegeben.
Streit vor den Kommunalwahlen
Aber auch die Zulassung zu den Kommunalwahlen lief in mehreren Städten und Gemeinden nicht reibungslos, teils scheiterte sie sogar. Die Bundesspitze rund um Alice Weidel und Tino Chrupalla in Berlin dürfte die Vorgänge im Landesverband NRW daher durchaus kritisch im Auge haben. Parteiinterne Gegner des Landeschefs können den Streit instrumentalisieren, um Vincentz weiter in Frage zu stellen.
Unsere Quellen:
- E-Mail der Fraktion
- Parteikreise
- Eigene Recherche
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