Attentat auf Charlie Kirk | WDR aktuell

01:19 Min. Verfügbar bis 13.09.2027

Kirk-Attentat: CDU-Politikerin Bosbach löscht umstrittenen Insta-Post

Stand:

Caroline Bosbach, CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis, hat ihren umstrittenen Instagram-Post über den erschossenen Charlie Kirk gelöscht. Zuvor wurde sie dafür scharf kritisiert.

Charlie Kirk sei ein "Kämpfer für westliche Werte", schrieb Caroline Bosbach bei Instagram über den am Mittwoch erschossenen Polit-Influencer. "Kaum jemand stand so für freie Debatte, wie er. Kirk grenzte Andersdenkende nicht aus, sondern reiste durch ganz Amerika, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen."

"Mit Kirk stirbt eine der einflussreichsten jungen konservativen Stimmen weltweit", schloss Bosbach ihren Insta-Post, den sie mittlerweile gelöscht hat.

Charlie Kirk wurde am Mittwoch in Utah bei einer öffentlichen Diskussion an einer Universität erschossen. Seit Freitag sitzt ein 22-jähriger Tatverdächtiger in U-Haft. Auch in Deutschland wird über das Attentat und über Kirk als Person heiß diskutiert.

Bosbach: Viele Kommentare am Thema vorbeigegangen

Die Löschung des Insta-Posts erklärte Bosbach in einem kurzen Text an ihre Follower: Sie habe mit dem Post Kirks Verdienste um die Meinungsfreiheit in den Vordergrund gestellt. "Das kann man tun, auch wenn man nicht jede einzelne seiner Aussagen teilt." Viele Kommentare seien dann aber völlig am Thema vorbeigegangen. "Das wurde der Sache nicht gerecht."

Kritik an Bosbachs Post kam allerdings nicht nur in zahlreichen Kommentaren in den sozialen Medien. Auch die Grünen im Rheinisch-Bergischen Kreis kritisierten die Würdigung und veröffentlichten eine Stellungnahme: "Während der gewaltsame Tod des umstrittenen Politikers uneingeschränkt zu verurteilen ist, muss die positive Darstellung einer Person, die sich wiederholt rassistisch, sexistisch und demokratiefeindlich geäußert hat, kritisch hinterfragt werden", heißt es darin.

Grüne kritisieren Kirks "extremistische Positionen"

Kirk sei "für seine extremistischen Positionen bekannt". So habe er unter anderem schwarze Frauen als intellektuell minderwertig bezeichnet, Transgender-Personen abwertend mit "Blackface" verglichen und auch den Civil Rights Act der 1960er-Jahre infrage gestellt. Dieses Gesetz gilt als Meilenstein der US-Bürgerrechtsbewegung im Kampf gegen Diskriminierung unter anderem aufgrund von Hautfarbe, Geschlecht und Religion.

Nicht nur Bosbach, sondern auch die CDU-Jugendorganisation Junge Union und CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann aus Paderborn äußerten Bestürzung und Trauer wegen der Tötung Kirks. Lob für seine politischen Ansichten und Aktivitäten ließen sie dabei aber weg.

Ruprecht Polenz: Attentat adelt nicht Kirks Ansichten

Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz aus Münster hingegen kritisierte beides: die Tötung Kirks, aber auch seine Ansichten. "Ein Attentat ist ein Verbrechen und ohne wenn und aber zu verurteilen", so Polenz. "Trotzdem adelt es nicht die Ansichten des Ermordeten." Diese müssten "gerade dann kritisiert werden, wenn Rechtsextreme das Attentat nutzen, um für die Ansichten des Ermordeten zu werben."

Unsere Quellen:

  • Instagram-Post von Caroline Bosbach (CDU)
  • Stellungnahme der Grünen im Rheinisch-Bergischen Kreis
  • Instagram-Post von Carsten Linnemann, CDU-Generalsekretär
  • Facebook-Post von Ruprecht Polenz, früherer CDU-Generalsekretär
  • User-Kommentare bei Facebook, Instagram, X
  • Nachrichtenagentur dpa

Über dieses Thema berichteten wir am 12.09.2025 auch im WDR Fernsehen: Aktuelle Stunde, 18.45 Uhr

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