"Basisabsicherung": Legt Merz in Renten-Diskussion nach?
Aktuelle Stunde . 25.04.2026. 37:21 Min.. Verfügbar bis 25.04.2028. WDR. Von Schulz, Alexa.
Es ist ein Thema, das diese Woche viele beschäftigt hat: Wie sicher ist die gesetzliche Rente? Viele waren beunruhigt, als Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Montag sagte: "Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabersicherung für das Alter sein. Sie wird nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern." Das hatte ihm den Vorwurf eingebracht, die Bürger zu verunsichern - vor allem der Koalitionspartner SPD war empört, aber auch in der CDU gab es vom Arbeitnehmerflügel Kritik.
Am Samstag war Merz dann ausgerechnet zu Gast bei der Bundestagung der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) im hessischen Marburg. Dort sagte er den Satz:
Es wird mit uns keine Kürzungen der gesetzlichen Renten geben. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)
Die drei Säulen der Altersvorsorge stärker miteinander vernetzen
Zugleich aber bekräftigte Merz seine Forderung nach einer Stärkung der privaten Altersvorsorge. Die gesetzliche Altersvorsorge bleibe dabei Basis für das Rentensystem. Man dürfe aber nicht mehr nur über Haltelinien bei der gesetzlichen Rente sprechen, sondern müsse alle drei Säulen – gesetzlich, betrieblich und privat – in den Blick nehmen und in ein neues Verhältnis zueinander setzen.
CDA fordert betriebliche Altersvorsorge für alle
Ähnlich äußerte sich CDA-Bundesvorsitzender Dennis Radtke, der Merz in den vergangenen Tagen noch kritisiert hatte. "Wir werden in Zukunft die drei Säulen der Altersvorsorge noch viel, viel stärker vernetzt miteinander denken müssen", sagte Radkte dem WDR am Abend. Daher fordere die CDA - und das sei ja auch eine CDU-Forderung - eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle.
Studiogespräch: Dennis Radtke, CDU
Aktuelle Stunde . 25.04.2026. 34:35 Min.. Verfügbar bis 25.04.2028. WDR.
Hohes Versorgungsniveau auf Grundlage einer soliden Finanzierung
Radtke verwies darauf, dass Beschäftigte in Branchen wie etwa Chemieindustrie, Stahlindustrie, Metall- und Elektroindustrie eine betriebliche Altersvorsorge hätten. Andere Branchen hätten dies nicht - "und deshalb müssen wir das verpflichtend für alle machen", so Radkte. Der Anspruch müsse sein, dass es auch künftig ein hohes Versorgungsniveau auf Grundlage einer soliden Finanzierung gibt.
"Die Rente ist Alterslohn für Lebensarbeit", zitierte Radkte den früheren Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU). Dies sei wichtig - dass sich das auch in Zukunft in der gesetzlichen Rente widerspiegele, was Menschen jahrzehntelang in ihrem Berufsleben geleistet haben und an Beiträgen eingezahlt haben.
Quellen:
- CDA-Bundesvorsitzender Dennis Radtke
- Nachrichtenagentur dpa
- Bisherige WDR-Berichterstattung
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 25.04.2026, 18.45 Uhr