Suppenküche Gütersloh: Das kleine Stück Glück
Lokalzeit OWL. 17.10.2025. 02:15 Min.. Verfügbar bis 17.10.2027. WDR. Von Maike Stutenbäumer.
Mittags an einem kühlen Herbsttag mitten in Gütersloh. Mathias ist einer von vielen Gästen, so werden sie hier in der Suppenküche wertschätzend genannt, die auf eine warme Suppe warten. Ein Duft von Herbstgemüse liegt in der Luft.
Die Suppenküche gibt es einmal im Jahr unter freiem Himmel statt in den Räumen an der Kirchstraße. Mit Zelt und Bänken. In der Suppenküche ist man per Du. "Bei uns ist jeder willkommen", sagt Inge Rehbein.
Andrang in der Suppenküche ist größer geworden
Inge Rehbein hat die Suppenküche vor 23 Jahre gegründet.
Die 75-Jährige hat die Suppenküche vor 23 Jahren gegründet. Bis heute ist sie viermal in der Woche für Menschen da, die auf Hilfsangebote angewiesen sind.
"Die Lebenshaltungskosten, die Energiekosten und Inflation haben die Leute schon sehr gebeutelt und das haben wir einfach gesehen anhand von langen Schlangen, die sich gebildet haben.“ Inge Rehbein, Gründerin Suppenküche
Und deswegen wird in Gütersloh angepackt. 60 Ehrenamtliche helfen montags, dienstags, mittwochs und freitags in der Suppenküche, genauso wie 13 Minijob-Beschäftigte. Allein in der Suppenküche gehen am Tag 250 Mahlzeiten raus.
Matthias ist Stammgast
Für Mathias ist die Suppenküche wie ein Zuhause.
Einer, der jeden Tag kommt, ist Mathias. Mit 67 ist er obdachlos geworden. Auf die Suppenküche ist er angewiesen: "Sehr dankbar bin ich dafür", erzählt er voller Demut. Ohne, dass die Leute, die das machen, eigentlich einen Dank dafür haben wollten.
Mehr soziale Ungleichheit
In den vergangenen Jahren ist auch in Gütersloh die Schere zwischen Arm und Reich größer geworden, beobachtet Volker Brüggenjürgen. Er ist Sprecher der Gütersloher Armutskonferenz. Das Netzwerk versucht Hilfsbedürftige so gut wie möglich zu unterstützen: "Das eigentliche Problem von Armut ist nicht, dass Geld fehlt, ist nicht, dass der Kühlschrank leer ist, sondern Armut grenzt aus. Armut macht einsam."
Volker Brüggenjürgen merkt: Die Ungleichheit nimmt zu.
Deswegen setzt sich das Netzwerk für gesellschaftliche Teilhabe ein. Einen großen Beitrag dazu leisten Einrichtungen wie die Suppenküche in Gütersloh. Die Suppenküche macht nicht nur satt, für Mathias ist sie auch ein kleines Stück Zuhause.
Unsere Quellen:
- Reporterin vor Ort
- Gütersloher Armutskonferenz
