Zwei Straßenbahnen nach einen Zusammenstoß: Die Frontscheibe der Fahrzeuge ist mit Rissen durchzogen. Verkleidung am Kopf der Bahnen hängen herunter.

Auf einer Kreuzung in Düsseldorf sind zwei Straßenbahnen zusammengestoßen.

Straßenbahnunfall Rheinbahn setzt befristet neuen Betriebsleiter ein

Stand:

Um die Unfallserie bei ihren Straßenbahnen aufzuarbeiten, hat die Rheinbahn befristet einen neuen Betriebsleiter eingesetzt.

Von Christoph Wegener

30 Verletzte, massive Schäden und gesperrte Straßen: Am Samstag, 23. Mai, kollidierten in der Düsseldorfer Innenstadt zwei Straßenbahnen. In den vergangenen Monaten kam es in Düsseldorf immer wieder zu Unfällen. Ende November war beispielsweise eine Bahn in Düsseldorf Holthausen entgleist, dabei wurden neun Menschen verletzt. Die Ursache war damals eine falsch eingestellte Weiche - und eine falsche Reaktion des Fahrers.

Rheinbahn setzt befristet neuen Betriebsleiter ein

Nun hat die Rheinbahn angekündigt, dass der bisherige Betriebsleiter für zwei Wochen durch seinen Stellvertreter ersetzt wird. "Diese Regelung dient der unabhängigen Durchführung der laufenden Untersuchungen sowie der beschleunigten Umsetzung der eingeleiteten Sicherheitsmaßnahmen", schreibt die Rheinbahn in einer Pressemitteilung. "Die Maßnahme ist ausdrücklich keine Vorverurteilung einzelner Personen", fügt die Rheinbahn hinzu. Die Untersuchungen zur Unfallursache seien weiterhin nicht abgeschlossen.

Sofortmaßnahmen sollen Sicherheit erhöhen

Schon kurz nach dem letzten schweren Zwischenfall hatte die Rheinbahn angekündigt, die Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen, um Straßenbahnunfälle künftig zu verhindern. Zudem habe das Verkehrsunternehmen eine "unabhängige Sicherheitsprüfung" beauftragt.

In einer Mitteilung spricht die Rheinbahn außerdem von "kurzfristigen Sofortmaßnahmen", die nun umgesetzt werden sollen. Dazu gehören nach Angaben des Unternehmens unter anderem ein "Begegnungsverbot an spitzbefahrenen Weichen mit zusätzlichen Vor-Ort-Kontrollen", sowie die Einführung von "Vorzugslagen" für besonders risikobehaftete elektrische Weichen.

Weichenampel zeigte kein Signal an

Nach dem Unfall am 23. Mai hatten erste Prüfungen der Rheinbahn ergeben, dass die Weiche an der Unfallkreuzung die eine Straßenbahn geradeaus leiten sollte, das Fahrzeug stattdessen nach links führte. Ein Signal zeigte die Weichenampel dabei nicht an. In diesem Fall müsse der Fahrer eigentlich aussteigen, die Weiche mechanisch umlegen und darauf warten, dass sie das richtige Signal anzeigt, sagte Tomasz Karbowski, Bereichsleiter Fahrzeuge bei der Rheinbahn, gegenüber dem WDR vergangene Woche.

Zu den verschärften Sicherheitsmaßnahmen, die das Verkehrsunternehmen nun angekündigt hat, gehören laut Mitteilung auch zusätzliche Melde- und Informationsprozesse bei Ausfällen von Weichensteuerungen und Weichensignalen, "intensivierte Schulungs- und Unterweisungsmaßnahmen" sowie eine verstärkte Begleitung von Fahranwärterinnen und Fahranwärtern im ersten Einsatzjahr.

Rheinbahn will gesamtes Sicherheitssystem überprüfen

Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe betont in der aktuellen Mitteilung: "Die aktuellen Ereignisse nehmen wir sehr ernst. Deshalb beschränken wir uns nicht darauf, einzelne Vorfälle aufzuarbeiten. Wer aus Unfällen lernen will, muss das gesamte Sicherheitssystem hinterfragen. Nicht nur Menschen machen Fehler – entscheidend ist, ob Technik und Organisation solche Fehler auffangen können."

Von Technik und Infrastruktur über Betrieb und Ausbildung bis hin zu Organisation und Sicherheitskultur solle nun alles überprüft werden.

Die Rheinbahn weist darauf hin, dass einzelne Maßnahmen Auswirkungen auf Betriebsabläufe und punktuell "auch auf die Pünktlichkeit" haben könnten.

"Wenn zusätzliche Sicherheitsbarrieren notwendig sind, werden wir sie umsetzen. Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Auswirkungen für unsere Fahrgäste so gering wie möglich zu halten." Annette Grabbe, Rheinbahn-Vorständin

Externe Untersuchungen geplant

In den kommenden Wochen soll es außerdem drei externe Untersuchungen bei dem Verkehrsunternehmen geben.

Dabei gehe es um die Überprüfung der Betriebs- und Sicherheitsorganisation, die Bewertung technischer Sicherungs- und Unterstützungssysteme sowie Analysen mit Fokus auf die "betriebliche Belastungssituationen, Entscheidungsverhalten, Ausbildung, Fahrerassistenz und sicherheitsrelevante Mensch-Technik-Schnittstellen". Auch die Weichensteuerung und die Signaltechnik soll dabei genau unter die Lupe genommen werden.

Ergänzend sei eine "Taskforce Sicherheitssteuerung" eingerichtet worden, die unter anderem alle Entgleisungen und Unfälle untersuchen soll, die es seit November 2025 in Düsseldorf gegeben hat.

Rheinbahn setzt befristet neuen Betriebsleiter ein

WDR 02.06.2026 00:38 Min. Verfügbar bis 01.06.2028 WDR Online

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So will die Rheinbahn für mehr Sicherheit sorgen

WDR 01.06.2026 00:39 Min. Verfügbar bis 31.05.2028

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Unsere Quellen:

  • Rheinbahn Düsseldorf
  • WDR-Berichte über Straßenbahnunfälle in Düsseldorf
  • Pressemitteilung der Rheinbahn vom 02.06.2026

Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 02.06.2026, 17.30 Uhr 

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