Regiobahn zwischen Wuppertal und Kaarst wird elektrisch
WDR. 02:21 Min.. Verfügbar bis 08.04.2028.
Neue Elektrotriebzüge ersetzen ab Jahresende die wartungsintensiven Dieseltriebwagen. Damit will die Regiobahn künftig mindestens zwei Millionen Liter Diesel einsparen. Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember wird sich auch für die Kunden der Regiobahn einiges ändern.
Denn dann soll endlich der 20-Minuten-Takt bis Wuppertal-Hauptbahnhof kommen. Die Fahrgäste erwarten sehr viel schnellere, ruhigere und zuverlässigere Fahrzeuge, verspricht der Leiter des Fahrbetriebs, Götz Nink.
Unterstützung von Bund und Land
Die Gesamtkosten für die Verlängerung nach Wuppertal und die Elektrifizierung der Strecke betragen 170 Millionen Euro. Den Großteil, nämlich sechzig Prozent, übernimmt der Bund. Dreißig Prozent kommen vom Land, den Rest muss die Regiobahn selbst aufbringen.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen)
Die Strecke der S28 ist der Auftakt zu einer umfassenden Elektrifizierung von Bahnstrecken in ganz NRW, berichtet Landesverkehrsminister Oliver Krischer. Das entlaste nicht nur die Umwelt, sondern senke auch die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten. Allein auf der Strecke der Regiobahn könnten 6.000 Tonnen CO2 eingespart werden.
Austausch ist nötig
Ausgebrannter Dieseltriebwagen auf einem Abstellgleis
Die Regiobahn hatte 2021 siebzehn gebrauchte Dieseltriebzüge des Typs „Integral“ gekauft. Die Bayerische Oberlandbahn wollte die störanfälligen Fahrzeuge loswerden. Bis die Züge in der Mettmanner Werkstatt der Regiobahn fachgerecht gewartet werden konnten, waren erhebliche Anstrengungen nötig.
2024 brannte ein Dieseltriebwagen sogar auf offener Strecke aus. Er steht bis heute auf einem Abstellgleis.
Große Pläne für die Zukunft
Die Elektrifizierung der S28 ist für die Regiobahn nur der Auftakt für weitere umfangreiche Investitionen. Mitte des Jahres will das Unternehmen batteriebetriebene Fahrzeuge auf der Strecke des RE47 von Remscheid über Solingen nach Düsseldorf einsetzen und damit den Busersatzverkehr beenden.
Außerdem plant das Unternehmen den Bau einer großen Werkstatthalle auf dem Gelände am Mettmanner Stadtwald. Dort sollen künftige elektrisch betriebene und konventionelle Dieseltriebwagen gewartet und repariert werden. Die Regiobahn will dann als Dienstleister auch für andere Verkehrsunternehmen arbeiten.
Unsere Quellen:
- Regiobahn
- Interviews und Eindrücke des Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Regiobahn zwischen Wuppertal und Kaarst wird elektrisch, 08.04.2026, 16:48 Uhr