Sperrung Kölner Hbf: Erster Pendlertag

Aktuelle Stunde 17.11.2025 25:17 Min. UT Verfügbar bis 17.11.2027 WDR Von Cengiz Ünal

Sperrung Kölner Hauptbahnhof: Viele Pendler deutlich länger unterwegs

Stand:

Der Kölner Hauptbahnhof ist derzeit fast komplett gesperrt. Viele Pendler erlebten am Montag den ersten Arbeitstag seit der Sperrung - und bekamen deutlich längere Fahrtzeiten auf der Schiene zu spüren. Am Morgen gab es stockenden Verkehr auf der Straße. Chaos blieb jedoch aus. Die Lage am Montag im Überblick.

Normalerweise fahren den Kölner Hauptbahnhof täglich etwa 1.300 Züge an. Seit Freitagabend halten dort nur noch S-Bahnen und die RB25. Das hat Auswirkungen auf die ganze Region, aber auch darüber hinaus. Die Sperrung dauert noch eine Woche - bis zum 24. November. Der Grund: Vorbereitungen für die Inbetriebnahme eines neuen Stellwerks.

Längere Fahrtzeiten auf der Schiene - stockender Verkehr auf der Straße

Eine Fahrplananzeige im Kölner Hauptbahnhof

Wenig los am Kölner Hauptbahnhof am Montagmorgen.

Viele Pendlerinnen und Pendler scheinen sich auf die Sperrung eingestellt zu haben. Zum Chaos kam es am Montagmorgen nicht, berichteten unsere Reporterinnen und Reporter von Bahnhöfen in der Region. Viele Züge nach Köln waren allerdings voller als sonst. Und bei den S-Bahnen kam es vereinzelt zu Ausfällen und Verspätungen. Von der Deutschen Bahn hieß es am Morgen jedoch: "Der Zugverkehr läuft wie geplant", wie eine Sprecherin sagte.

Im Laufe des Montagmorgens war es auch auf den Autobahnen um Köln herum dichter geworden. Die Lage sei zwar "relativ moderat" gewesen, hieß es aus dem WDR-Verkehrsstudio: "Stockenden Verkehr gab es allerdings schon auf allen Strecken Richtung Köln."

Pendlerin aus Bonn: "Es nervt"

Alessandra Cichon pendelt aus Bonn zur Arbeit nach Köln

Pendlerin Alessandra Cichon am Kölner Hauptbahnhof

Die Einschränkungen sorgen bei einigen Pendlerinnen und Pendlern für Unmut. Alessandra Cichon zum Beispiel pendelt zwischen ihrem Wohnort Bonn und ihrer Arbeitsstätte in Köln. Nun fährt sie mit dem Auto und ist daher jeden Tag eine Stunde länger unterwegs, wie sie dem WDR am Montagmorgen erzählte. Trotzdem durchquerte sie zu Fuß den Kölner Bahnhof, weil sie in der Nähe einen Parkplatz fand. "Es nervt schon, dass der Arbeitsweg sich deswegen so verlängert. Ich hab wenig Verständnis dafür, dass dieser Zustand jetzt fast zwei Wochen lang andauert", sagte Cichon.

Servicekräfte von Zuginfo.NRW am Montagmorgen am Bahnhof Köln Messe/Deutz

Servicekräfte von Zuginfo.NRW am Bahnhof Köln Messe/Deutz

Wer einen Fernzug von und nach Köln nimmt, startet oder endet nun auf dem Bahnhof Köln Messe/Deutz. Von dort aus kommt man mit der S-Bahn weiter zum Hauptbahnhof. An den Gleisen in Deutz waren am Montagmorgen Servicekräfte von Zuginfo.NRW unterwegs, dem Infoportal von Deutscher Bahn, Eurobahn und National Express.

Eine Frau steht im Düsseldorfer Hauptbahnhof

Pendlerin Catherine Grützmann am Düsseldorfer Hauptbahnhof

Am Düsseldorfer Hauptbahnhof kam der WDR am Montagmorgen mit Catherine Grützmann ins Gespräch, als sie gerade auf dem Weg zur Arbeit in Köln war. Es sei "ein bisschen schwierig im Moment", sagte sie. Statt jeden Tag hin und zurück insgesamt eine Stunde mit der Bahn zu fahren, brauche sie nun doppelt so lange. Dass die Einschränkungen so massiv sein müssen, kann sie nicht verstehen. "Warum eigentlich?", sagte Grützmann: "Aber gut, man muss ja mitmachen, da hat man überhaupt gar keine Wahl."

Pendler aus Bonn: "Was soll ich machen?"

Auch für Thomas Groß hat die Sperrung des Kölner Hauptbahnhofs Einschränkungen zur Folge. Denn die RB48 fällt aus, mit der er sonst immer von Bonn nach Köln fährt.

Ein Mann steht an einem Gleis des Bonner Hauptbahnhofs.

Pendler Thomas Groß am Bonner Hauptbahnhof

"Wegen der Sperrung sind die übrigen Verbindungen jetzt voller als sonst schon. Das nervt einfach. Aber was soll ich machen?", sagte Groß am Morgen am Bonner Hauptbahnhof und tröstete sich mit einem Blick in die Zukunft: "Ich hoffe jetzt einfach, dass ich noch lange genug arbeiten kann, damit ich von den Verbesserungen, die die Bahn mit ihren ganzen Bauarbeiten irgendwann erreichen will, auch noch etwas habe."

Eine junge Frau steht an einer Haltestelle der KVB.

Pendlerin Michelle Rhode am Bonner Hauptbahnhof

Michelle Rhode arbeitet im Kölner Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße. Normalerweise fahre sie direkt mit der Regionalbahn von Bonn zum Kölner Hauptbahnhof, erzählte sie am Morgen. Stattdessen entschied sie sich, auf die Stadtbahn 16 zu wechseln, die von Bonn nach Köln durchfährt. "Die braucht mehr als eine Stunde, aber ich kann es ja nicht ändern", sagte Rhode: "Das Auto ist für mich heute auch keine Alternative, denn da muss man ja gerade mit deutlich mehr Verkehr auf der Straße rechnen. Schön ist das alles nicht."

Bahn verweist auf App und Web

Insgesamt kommt es auf etwa einem Dutzend Regionalverkehrs-Linien zu Umleitungen. Wer aktuelle Informationen über mögliche und bereits gebuchte Verbindungen sucht, dem rät die Bahn die eigene Online-Auskunft und die App DB Navigator.

Kölner Hbf gesperrt: Pendler haben sich gut vorbereitet

WDR Studios NRW 17.11.2025 01:09 Min. Verfügbar bis 18.11.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen von WDR-Reporterinnen und -Reportern an Bahnhöfen in der Region
  • WDR-Gespräche mit Fahrgästen an Bahnhöfen
  • WDR-Verkehrsstudio
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Sprecherin der Deutschen Bahn

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