Zwei Störche stehen in ihrem Nest, ein Storch blickt nach rechts, ein anderer nach links

Störche nisten zwischen April und August - auch in NRW.

So viele Störche wie nie in NRW: Wann und wo du sie sehen kannst

Stand:

Sie begrüßen sich durch ein charakteristisches Klappern und waren in NRW fast ausgestorben - Störche, genauer gesagt Weißstörche. Zu Beginn des Frühlings kommen sie aus ihrem Winterquartier zurück nach NRW. Sieben spannende Fakten über die Großvögel.

Von Mirjam Ratmann
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Was macht den Storch aus?

Woran lassen sich Weißstörche erkennen?

Weltweit gibt es 19 verschiedene Storchenarten. In Europa ist vor allem der Weißstorch heimisch. Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) charakterisiert den Weißstorch wie folgt: weißes Gefieder mit schwarzen Schwungfedern und Oberflügeldecken, Schnabel und die langen Beine sind rot gefärbt. Im Unterschied zum Graureiher streckt der Weißstorch im Flug seinen Hals gerade nach vorn.

Störche begrüßen sich durch ein charakteristisches Klappern

00:20 Min. Verfügbar bis 06.05.2027

Der Weißstorch hat sich vor allem als Klapperstorch einen Namen gemacht. Durch das Klappern der Schnäbel begrüßen sich Störche und halten damit auch Feinde vom Nest fern. In bedrohlichen Situationen kann sich unter das Klappern auch mal ein Fauchen mischen.

Wo leben Störche?

Weißstörche kommen in Europa, Westasien und Nordafrika vor. Der Weißstorch ist ein Zugvogel, der seinen Winter in wärmeren Gebieten der Erde verbringt. Als Langstreckenzieher hat er zwei unterschiedliche Zugrouten: Die östliche Population zieht über den Bosporus nach West-, Ost- und Südafrika, die Weststörche flogen bis vor einigen Jahren über Gibraltar nach Afrika. Heute bleiben fast alle wegen der milden Temperaturen in Europa und überwintern bevorzugt in Spanien.

Einzelne Störche bleiben aber auch in Deutschland, zum Beispiel am Niederrhein in NRW. Dort fällt in milden Wintern selten Schnee, sodass die Tiere genug Nahrung finden können. Hans Glader, Vorsitzender der Stiftung Störche NRW, kann daher auch im Winter Störche in der Region beobachten.

Hans Glader erklärt, wie Störche am Niederrhein überwintern

00:21 Min. Verfügbar bis 28.04.2027

Als Lebensraum bevorzugen Störche Feuchtgebiete, Wiesen, Felder oder Tümpel. Die Tiere mögen es vor allem nass. Was das Essen angeht, sind sie nicht besonders wählerisch. Weißstörche fressen vor allem Mäuse, Frösche, Eidechsen, Regenwürmer und Insekten.

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Der Storch in NRW

Wie viele Störche gibt es in NRW?

Noch vor wenigen Jahrzehnten stand der Weißstorch kurz vor dem Aussterben. 1991 zählte der NABU lediglich drei Weißstorchpaare in ganz NRW. Intensive Landwirtschaft, Gifteinsatz und immer mehr tödliche Überlandleitungen schnitten stark in die Lebensräume der Großvögel ein. So stark, dass sie keine Chance hatten, sich von selbst davon zu erholen.

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In den 1990er-Jahren haben Naturschutzvereine, aber auch Landwirte und Naturschutzbehörden gezielt feuchte Lebensräume aufgewertet und neue geschaffen. Mit Erfolg. Laut NABU brüteten in NRW 2023 insgesamt 784 Paare und brachten 1.491 Jungvögel zum Ausfliegen. Damit gibt es derzeit in der Region wahrscheinlich mehr Störche als je zuvor, seit der Weißstorch im 16. Jahrhundert eingewandert ist.

Wo in NRW gibt es Störche?

Störche lieben es bekanntlich nass. Daher siedeln sie sich in NRW gerne an Flussauen an, wie etwa an der Weser, Ems, Lippe und Ruhr oder am Niederrhein. Aber auch in Stadtnähe, sogar manchmal in einem Garten, wie hier in Krefeld, lassen sie sich nieder.

Ein Storch steht im Nest, den Schnabel nach unten gebeugt, der andere Storch flieg gerade runter vom Nest

In NRW haben 2023 knapp 800 Störche genistet und gebrütet - und die Tendenz geht weiter nach oben

Mit 133 Paaren konnten im Jahr 2022 die meisten Brutpaare im Kreis Minden-Lübbecke nachgewiesen werden, gefolgt vom Kreis Wesel (97 Paare), Paderborn (74 Paare) und Münster (71 Paare). Zudem gab es in den letzten Jahren einige Sensationen zu verkünden. So wurden 2010 erstmals wieder in Duisburg Störche gesichtet, 2022 in Krefeld und 2024 in Bochum.

Wo in NRW kann man viele Störche sehen?

Bislich, ein Dorf bei Wesel am Niederrhein, ist mit seinen feuchten Wiesen, Baggerlöchern und Teichen für Störche ein besonders attraktiver Lebensraum. Entlang einer 14 Kilometer langen Storchenroute liegen elf Storchennester, die Naturbeobachter in der Brutzeit zwischen April und August auf einer Wanderung oder Fahrradtour bestaunen können.

Und auch über YouTube gibt es die Möglichkeit, live zu beobachten, wie die Tiere ihre Jungen großziehen. Der Heimatverein Bislich hat eine eigens eingerichtete Storchen-Cam installiert. Für die Anwohnerinnen und Anwohner in Bislich ist die Storchenzeit jedes Jahr ein besonders Erlebnis.

Anwohner in Bislich freuen sich über die Störche

00:22 Min. Verfügbar bis 06.05.2027

Petershagen, hoch im Norden Ostwestfalens, bezeichnet sich derweil als "Storchenhauptstadt NRWs". Mit 48 Brutpaaren im Jahr 2024 führt die Stadt das Storchenranking an, wie der Jahresbericht des Vereins Weißstörche in Minden-Lübbecke zeigt. Vogelbeobachter Dietmar Meier ist mit seiner Drohne ganz nah an den Tieren dran. In Zusammenarbeit mit der Stadt Petershagen dokumentiert er das Leben der Störche. Hier haben wir ihn bei einer seiner Touren begleitet.

Im Ortsteil Windheim gibt es übrigens eine Dauerausstellung über die Störche in der Region. Und auch hier gibt es eine sogenannte Storchenroute, die auf einer Länge von 60 Kilometern Einblicke in die Welt der Störche bietet.

Westfälisches Storchenmuseum

  • Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag von 14 bis 18 Uhr, an Wochenenden sowie Feiertagen von 11 bis 18 Uhr
  • Eintritt: 3 Euro für Erwachsene, 1 Euro für Kinder
  • Adresse: Im Grund 4, 32469 Petershagen-Windheim
  • Weitere Infos auf der Webseite
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Es ist Brutzeit

Wann brüten Störche?

Die Brutzeit von Weißstörchen beginnt in der Regel Anfang April und endet Anfang August. Doch aufgrund der wechselnden Klimabedingungen in Deutschland kommen manche Störche schon im Februar oder März aus ihren Winterquartieren zurück und beginnen bereits dann mit dem Brüten. Das Brüten und Bewachen des Nestes ist bei Störchen übrigens Teamarbeit. Anders ginge es nicht, weiß auch Michael Kladny, Greifvogelexperte beim BUND in Duisburg.

Michael Kladny beobachtet Storchenpaare ganz genau

00:20 Min. Verfügbar bis 06.05.2027

Pro Jahr legt ein Storchenpaar drei bis fünf, manchmal bis zu sieben Eier. Die Eier werden 32 bis 33 Tage gebrütet. Nach etwa zwei Monaten verlassen die Jungvögel dann das Nest.

Wie brüten Störche?

Weißstörche brüten vorwiegend auf Gebäuden, Schornsteinen, Kirchentürmen oder Strommasten. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr in NRW gibt an, dass von den Brutpaaren rund 80 Prozent auf künstlichen Nistplattformen brüten, und nur 18 Prozent auf Bäumen.

Ein Storch steht im Nest, der Schnabel ist nach unten geneigt, dort sitzen zwei Jungvögel

Um die Jungvögel kümmert sich das Storchenpaar gemeinsam

Diese künstlichen Nistplattformen werden zum Beispiel von Naturschutz- und Storchen-Stiftungen, Heimat- und Naturschutzvereinen oder lokalen Natur- und Artenschützerinnen und Artenschützern errichtet. Zum Teil werden diese auch auf Privatgrundstücken aufgebaut.

Solchen Initiativen und Ehrenamtlichen ist es wohl auch zu verdanken, dass sich die Storchpopulation in NRW seit Anfang der 1990er-Jahre erholt hat und die Vögel inzwischen aus NRW nicht mehr wegzudenken sind.

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