Im Zentrum des Prozesses stehen zwei Hauptangeklagte im Alter von 61 und 59 Jahren. Ihnen wird Untreue in mehr als 200 Fällen vorgeworfen. Beide waren über sieben Jahre hinweg im Vorstand einer Hemeraner Stiftung tätig und für die Verwaltung der Stiftungsimmobilien zuständig.
Systematischer Betrug über Jahre
Laut Anklage sollen sie gemeinsam mit ihrem Sohn ein ausgeklügeltes System aufgebaut haben. Rechnungen wurden fingiert, Buchungen gezielt manipuliert und Stiftungsgelder beiseitegeschafft. So soll über die Jahre ein Schaden in Millionenhöhe entstanden sein.
Weitere Angeklagte sollen geholfen haben
Neben den Hauptbeschuldigten stehen drei weitere Personen vor Gericht. Sie sollen die Taten unterstützt und zur Verschleierung beigetragen haben. Der Sohn der beiden Hauptangeklagten soll in 28 Fällen Beihilfe geleistet haben.
Ein weiterer Angeklagter war Vorsitzender des Stiftungskuratoriums und soll in dieser Funktion bei 169 Taten geholfen haben. Der fünfte Angeklagte, ebenfalls Mitglied im Kuratorium, wird beschuldigt, ebenfalls an den Machenschaften beteiligt gewesen zu sein.
Stiftung engagiert sich in internationalen Hilfsprojekten
Die betroffene Stiftung engagiert sich unter anderem in internationalen Hilfsprojekten zur Ausbildungs- und Studienförderung – etwa auf den Philippinen, in Bolivien und Albanien. Gerade deshalb wiegt der Vorwurf besonders schwer. Für den Prozess sind elf Verhandlungstage angesetzt. Ende Mai soll das Urteil gesprochen werden.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Landgericht Hagen
Sendung: WDR 2 Südwestfalen, Lokalzeit,18.03.2026, 12.31 Uhr
