In Lippstadt bekocht ein Koch-Roboter jetzt Hotel-Gäste

WDR 03:16 Min. Verfügbar bis 16.04.2028

In Lippstadt bekocht ein Koch-Roboter jetzt Hotel-Gäste

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Sich automatisch drehende Töpfe und Roboterarme, die die Zutaten zusammenstellen: In einem Lippstädter Hotel bereitet ein Roboter Speisen frisch zu. Eine Erfindung aus Hamburg, die sich von Südwestfalen aus schnell weiterverbreiten soll.

Vor rund 50 geladenen Gästen zeigt der Roboter, was er kann. Ein Fünf-Gänge-Menü steht auf der Speisenkarte: In zweieinhalb Stunden soll die Maschine also um die 250 Portionen kochen. Um es vorweg zu nehmen: alles hat geklappt. Und es hat auch sehr gut geschmeckt, sind sich die befragten Gäste einig.

Start-Up hat vier Jahre getüftelt

Viereinhalb Jahre lang hat ein Start-Up-Unternehmen an der Umsetzung getüftelt. Das Ergebnis wird von den Gästen genau begutachtet. Die meisten von ihnen sind selber Unternehmer. Viele können sich vorstellen, so einen Kochroboter einzusetzen. Zum Beispiel in ihren Kantinen, auch für Nachtschichten.

Erst Frühstück, dann mittags, dann rund um die Uhr

"Genau hierfür ist der Kochroboter ideal", erklärt Markus Humpert von der Firma Avitea. Die ist ein Tochterunternehmen von Hella, einem großen Autoteile-Hersteller aus Lippstadt. Im firmeneigenen Hotel wird der Kochroboter ganz neu eingesetzt. Jetzt soll er vermarktet werden und nach der Premiere mit dem Schaukochen drei Frühstücksvariationen anbieten.

Roboter im 23/7 Betrieb

Möglichst schnell soll ein Mittagsangebot dazukommen und wenn alles klappt, ist auch ein 24/7-Betrieb möglich - also wer nachts um drei Uhr unterwegs ist, kann dann in das Restaurants des Hotels gehen und ist nicht mehr wie bisher auf Fastfood-Ketten angewiesen.

"Eigentlich ist es ein 23/7-Betrieb", schränkt Humpert ein: Eine Stunde pro Tag muss die Maschine, die so groß ist wie ein durchschnittliches Kinderzimmer, grundgereinigt werden.

Zutaten für Koch-Roboter auf Vorrat im Kühlschrank

Kochroboter wird von hinten befüllt

Die Zutaten muss Artur Celuch noch per Hand einfüllen.

24 verschiedene Zutaten sind in einem Kühlschrank eingelagert: Zum Beispiel geschnittene Champions, Tomatenstückchen,  Bratkartoffeln oder auch Rindersteak in Würfeln. Für 180 verschiedene Gerichte gibt es mittlerweile feste Rezepturen.

Komplettservice oder als Helfer in der Großküche

Der Roboter arbeitet fast autonom oder er unterstützt eine Küchencrew. Artur Celuch ist an diesem Lippstädter Premierenabend der Küchenchef. Jahrzehntelang war er Koch, jetzt ist er Culinary-Designer. Er arbeitet also die Menüs aus, die dann vom Roboter umgesetzt werden.

"Robot-Operator" statt Chefkoch

Und an diesem Abend ist er auch Robot-Operator. Im Normal-Betrieb soll ein Operator den Betrieb komplett managen, also die Fächer befüllen und darauf achten, dass alles läuft. Das kann in den Nachtstunden dann zum Beispiel auch vom Portier eines Hotel mit erledigt werden. Wenn Tomaten oder Soßen fehlen, gibt der Roboter per Handy Alarm.

"Keine Konkurrenz zum Koch in der Küche"

Im großen Test im Lippstädter Hella-Hotel haben besonders die Zubereitungen mit frischem Gemüse überzeugt. Aber auch kleine Thunfisch-Steaks oder karamelisierte Ananas waren auf dem Punkt. "Der Roboter macht keine Fehler. Er arbeitet sein Programm exakt ab", erklärt Koch Artur Celuch dazu.

Er sieht den Roboter nicht als Konkurrenz zu seiner Branche. Schon jetzt sei jede vierte Stelle in der Gastronomie nicht besetzt. Genau dort soll in Zukunft Kollege Roboter mehr und mehr einspringen.

Unsere Quellen:

  • Avitea-Geschäftsführer
  • Hersteller KochBytz
  • WDR-Reporter vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 16.04.2026, 19:30 Uhr

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