Blindgänger in Lippstadt erfolgreich entschärft
WDR. 02:31 Min.. Verfügbar bis 20.05.2028.
Gegen 16:30 Uhr konnte der Kampfmittelbeseitigungsdienst Entwarnung geben. Er hatte zwei Bomben entschärft. Der Einsatz hatte den Ortsteil Lipperbruch bei Lippstadt den ganzen Tag beschäftigt.
Es waren zwei amerikanische Sprengbomben, jede wog 250 Kilogramm. Die Hälfte davon war der Sprengstoff. Die Experten mussten die Bomben händisch entschärfen, holten den Zünder mit einer Zange heraus.
In Lippstadt laufen die Vorbereitungen für die Bombenentschärfung.
Um 11:50 Uhr hatte nämlich Krisenstabsleiter Joachim Elliger bestätigt, was dort bereits alle geahnt hatten. "Wir haben eine 250-Kilo-Bombe mit Doppelzünder gefunden und starten umgehend mit der Evakuierung." Die Bombe lag am Försterweg. In der Nähe bestätigt sich wenig später noch ein zweiter Bombenverdacht. Entwarnung gibt es auf der Fläche Ringstraße/Mastholter Straße.
Die Vorbereitungen auf die Bombenentschärfung laufen.
Die Bombenfunde bedeuten: Rund 2.100 Menschen mussten ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Es gab Warnungen über die NINA-App und das Cell-Broadcast-System. Außerdem gingen etwa 150 Einsatzkräfte von Tür zu Tür, um die Anwohner zu informieren.
Evakuierung abgeschlossen
Hier laufen Vorbereitungen für die Entschärfung
Seit etwa 15:15 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen und die eigentliche Entschärfung gestartet. Bereits im März wurden die Bombenverdachtspunkte gefunden. Die heutige Evakuierung war von langer Hand geplant.
Schon am frühen Morgen wurde deshalb das Seniorenzentrum von Bodelschwingh evakuiert. Eine der Bewohnerinnen ist Gabriele Urlaub:
"Ich bin seit 62 Jahren Lipperbrucherin. Da ist man Bombenfunde gewohnt. Aber eine Evakuierung habe ich noch nie erlebt." Gabriele Urlaub, Altenheim-Bewohnerin
Altenheim evakuiert
Um kurz nach 9 Uhr wurden die Bewohner, die gut zu Fuß sind, mit einem Bus in die Kurzzeitpflege nach Paderborn gebracht. Dort verbrachten sie den ganzen Tag.
Gabriele Urlaub muss ihr Zuhause für die Bombenentschärfung verlassen.
Im Anschluss startete der deutlich komplexere Teil der Evakuierung: Feuerwehr, Rettungsdienst und Hilfsorganisationen wie z.B. die Malteser holten alle Bewohner, die im Rollstuhl sitzen oder bettlägerig sind, ab. So wie Gabriele Urlaub. Sie kommt bis Donnerstag ins Christliche Klinikum Lippstadt. "Ich hätte natürlich gerne auf diesen Tapetenwechsel verzichtet. Aber man kann es nun mal nicht ändern."
Auch Schulen geschlossen
Die Karte zeigt den Evakuierungsbereich.
Zwei Schulen in Lipperbruch waren vorsorglich in den Distanzunterricht gegangen. Die Kita im Ort blieb geschlossen. Anlaufstelle für alle, die ihre Wohnungen verlassen mussten, war die Schützenhalle im benachbarten Lipperode.
Die Verdachtspunkte der Blindgänger waren bei Baumaßnahmen und mit Hilfe von Fotos der Alliierten aus dem Zweiten Weltkrieg aufgefallen.
Unsere Quellen:
- Leiter des Krisenstabs der Stadt Lippstadt
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR 2, Lokalzeit Südwestfalen, 20.05.2026, 15:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 20.05.2026, 19:30 Uhr
