Direktor freigestellt: Misshandlungsvorwürfe gegen Siegener Förderschule
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Nach den Misshandlungsvorwürfen an der Hans-Reinhardt-Schule in Siegen hat die AWO Siegen-Wittgenstein als Träger den Schulleiter und eine Lehrerin freigestellt. Die Polizei Siegen ermittelt wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen.
Vor allem autistische Kinder sollen an der Förderschule misshandelt worden sein. Kinder, von denen viele nicht sprechen können. Nach WDR-Informationen soll bei einem Vorfall ein Kind, nachdem es andere mit Wasser überschüttet hatte, von seiner Lehrerin selbst mit Wasser überschüttet worden sein.
Darüber hinaus ist Kindern offenbar zur Strafe mit Essensentzug gedroht worden. Ein Kind soll zwischen einem Stuhl und einem Tisch eingeklemmt worden sein, sodass es nicht mehr aufstehen konnte.
Inklusionsmitarbeiterin ging zur Polizei
Eine Inklusionsmitarbeiterin, die über einen anderern Träger in der Schule eingesetzt war, hatte die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Mitte März war sie zur Polizei gegangen und hatte Anzeige erstattet.
Wie die Polizei bestätigt, hatte sie zuvor das Gespräch mit der Schulleitung gesucht und von den Misshandlungen erzählt. Dort habe sie sich aber nicht ernst genommen gefühlt. Als die Vorwürfe öffentlich wurden, wurde sie durch ihren Arbeitgeber beurlaubt.
Schulträger will Misshandlungsvorwürfe aufklären
Die AWO bemüht sich um Aufklärung
In einem internen Brief an die Eltern und Sorgeberechtigten der Schülerinnen und Schüler, der dem WDR vorliegt, betont die AWO, dass der Schutz und das Wohlergehen der Kinder an oberster Stelle stehe.
Eine Fachkraft für Kinderschutz und die Gewaltbeauftragte seien zur Klärung des Sachverhaltes hinzugezogen, man sei im Austausch mit allen Akteurinnen und Akteuren. Auch die zuständigen Behörden, darunter die Bezirksregierung Arnsberg, die Schulaufsicht und das zuständige Jugendamt, seien eingebunden.
Transparenzhinweis: In einer früheren Version des Artikels wurde die Inklusionsmitarbeiterin als Mitarbeiterin der Schule bezeichnet. Dies war nicht ganz zutreffend, weil die Mitarbeiterin nicht bei der AWO als Trägerin der Schule beschäftigt war. Diesen Fehler haben wir im Text korrigiert.
Unsere Quellen:
- Polizei Siegen
- AWO Siegen-Wittgenstein
- Recherchen der WDR-Reporterin
Sendung: WDR2, Lokalzeit Südwestfalen, 27.03.2026, 16.31 Uhr
