Muschel-Tauchen am Sorpesee

Lokalzeit Südwestfalen 05.08.2025 03:17 Min. Verfügbar bis 05.08.2027 WDR Von Matthias Heise

Quagga-Muscheln bedrohen Talsperren

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Im Kampf gegen die Quagga-Muschel in seinen Talsperren erlässt der Ruhrverband eine neue Hygieneverordnung. So soll eine weitere Ausbreitung oder Übertragung in noch nicht befallene Gewässer verhindert werden. Aktuell machen Taucher Bestandsaufnahmen in der Sorpetalsperre.

Von Matthias Heise

Die Taucher geben sich ein letztes Okay-Zeichen. Dann sinken sie fast geräuschlos unter die Wasseroberfläche der Sorpetalsperre. Doch schon in wenigen Metern Tiefe entdecken sie die ersten Quagga-Muscheln. Sie sind nur knapp einen Zentimeter klein, gefährden aber durch ihren Befall deutsche Gewässer.

Quagga-Muscheln sind nur etwa einen Zentimeter klein

Quagga-Muscheln sind eine invasive Art - stammen also ursprünglich nicht von hier. Doch sie entwickeln sich zu einem echten Problem für die Talsperren des Ruhrverbands. Zum einen fressen die Muscheln anderen Tierarten das Plankton weg. Zum anderen können sie bis zu 70 Zentimeter dicke Schichten bilden.

quaggamuscheln unter Wasser

Quagga-Muscheln breiten sich immer weiter aus.

Und die können Wasserversorgungsrohre blockieren oder Schäden darin auslösen. Inwieweit die Quagga-Muscheln auch die Bauwerke, sprich Staumauern, beschädigen, ist noch nicht geklärt. Fakt ist, an der Möhnetalsperre hängen sie tonnenweise am Mauerwerk. Zusätzlich sorgen die getrockneten Muscheln am Uferrand für Geruchsbelästigungen.

Möhnesee ist schon stark betroffen

Um die Ausbreitung und Übertragung auf andere Talsperren im Sauerland zu verhindern, hat der Ruhrverband jetzt eine Hygieneverordnung erlassen. Alle Boote, die auf mehr als einem Gewässer benutzt werden, müssen vor dem erneuten Einsetzen intensiv gereinigt werden. Mit 60 Grad Celcius heißem Wasser aus einem Hochdruckreiniger.

Die Taucher sind auf dem Boot und im Wasser

Taucher des Ruhrverbands kontrollieren die Talsperren

Auch Trailer und Elektromotoren müssen gereinigt werden. Nach der Reinigung sollen sie drei Wochen trocknen. Ob sich die Wassersportler daran halten, bleibt abzuwarten. Das größte Problem: Regatta - aber auch Hobbysegler oder Angler nutzen ihre Boote im Ausland. Von dort bringen sie dann Quagga-Muscheln am Rumpf klebend mit.

Ruhrverband erlässt scharfe Hygieneverordnung

Selbst wenn die Muscheln bei der Reinigung abgebürstet werden, ist die Gefahr nicht gebannt. Mikroskopisch kleine Larven bleiben trotzdem haften. Auch an SUPs, Kajaks oder Tauchequipment. Ist ein Gewässer mit Quagga-Muscheln befallen, drohen ökologische und wirtschaftliche Folgen.

Im US-amerikanischen Lake Michigan bildet die Quagga-Muschel seit ihrem ersten Nachweis 1990 schätzungsweise 90 Prozent der Biomasse. Sie hat andere Arten verdrängt. Die Biodiversität ist gefährdet.

Quagga-Muscheln bedrohen Talsperren

WDR Studios NRW 04.08.2025 00:51 Min. Verfügbar bis 04.08.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Ruhrverband Vorstandsvorsitzender Prof. Christoph Donner
  • Pressemitteilung Ruhrverband
  • Reporter vor Ort

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