Güterwagons der Zukunft kosten Milliarden
WDR. 01:47 Min.. Verfügbar bis 02.06.2028.
Digitale Kupplung : Güterwaggons der Zukunft kosten Milliarden
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Heutzutage werden Güterwaggons noch immer von Hand zusammengekuppelt. Dafür klettern Bahnmitarbeiter zwischen den schweren Waggons herum, müssen die schweren Metallteile mit Muskelkraft bewegen. Teuer, langsam und gefährlich. Ein neue "Digitale Automatische Kupplung" soll das ändern. In Lippstadt ist die Lösung jetzt vorgestellt worden.
Seit Jahren wurde geforscht und ausprobiert. Heute wurde die neue Technologie für den Güterverkehr, die "Digitale Automatische Kupplung" kurz "DAK" in Lippstadt vorgestellt. "Unser Ziel ist es, mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bringen. Digitalisierung und Automatisierung sind dafür eine wesentliche Voraussetzung", sagt dazu Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. Die Digitale Automatische Kupplung sei dafür eine Schlüsseltechnologie.
Im Test 15.000 Kupplungsversuche
Getestet wurde die neuartige Kupplung bei der Westfälischen Landes-Eisenbahn GmbH (WLE) in Lippstadt. Auf einem kleinen, eigenen Schienennetz - optimal für solche Tests. Auf den Strecken der Deutschen Bahn hätte man zig Sondergenehmigungen für solche Tests gebraucht.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat sich die neuen Kupplungen vor Ort angeschaut.
Dafür wurde ein Zug mit 13 Waggons ausgestattet. 15.000 Kupplungs-Vorgänge sind problemlos gelaufen. Kälte, Hitze, Staub haben dem System nichts ausgemacht.
Automatisch wie bei der Modell-Eisenbahn
Das Prinzip: Wie bei einer Modelleisenbahn fahren Lok und Waggon aufeinander zu. Ein lautes Knacken und schon sind die Zugteile verbunden. Aber hinter der neuen Technik steckt enorm viel Know-how: die Stromversorgung wird automatisch sichergestellt und es gibt eine Datenverbindung. Die ist wichtig, um zum Beispiel die Bremsen ansteuern zu können.
Wie bei einer Modelleisenbahn fahren Lok und Waggon aufeinander zu, ein lautes Knacken: Und schon sind die Zugteile verbunden. Aber hinter der neuen Technik steckt mehr: Die Stromversorgnung wird automatisch sichergestellt und es gibt eine Datenverbindung. Die ist wichtig, um zum Beispiel die Bremsen ansteuern zu können.
Tempo 160 - auch, um ICEs nicht zu bremsen
Das sorgt dafür, dass die Züge mehr Tempo machen können. 160 km/h wären kein Problem, sagt die große Runde aus Fachleuten am Dienstagmittag auf dem WLE-Betriebsgelände in Lippstadt. Dieses Tempo bedeutet, dass Güterzüge keine ICEs mehr ausbremsen. "Mehr Leistung - schneller auf der Strecke" nennt Bernhard Osburg von der Deutschen Bahn AG die Vorteile.
Das Ziel: in ganz Europa sollen nach und nach alle Güterzüge so ausgestattet werden
Zwischen Warstein und Neubeckum rollte weltweit der erste kommerzielle Zug mit dem neuen System, wird bei der Feierstunde mehrfach stolz betont. Der soll nur ein Anfang sein. Das Ziel: In ganz Europa sollen nach und nach alle Güterzüge so ausgestattet werden.
Kosten gehen europaweit in die Milliarden
Diese Umstellungen sollen Milliarden kosten und gehen deshalb nicht von heute auf morgen. "Im Bahnbetrieb sind wir in vielen Bereichen noch wie vor 100 Jahren unterwegs", sagt ein Insider am Rande der Veranstaltung. "Das zu ändern, wird teuer. Die Umrüstung eines Waggons kostet um die 16.000 Euro."
"Das ist die Zukunft, die wir heute sehen", sagt dazu der Bundesverkehrsminister: "Es ist ein sehr teures Projekt. Aber ich glaube, der Nutzen wird die Kosten schlagen und wir leisten weiter Überzeugungsarbeit.", sagte heute Minister Schnieder.
Der Bund stellte insgesamt rund 30 Millionen Euro bereit, um die Weiterentwicklung der Kupplungssysteme zu begleiten.
Unsere Quellen:
- Bundesverkehrsminister Schnieder
- Westfälische Landeseisenbahn, WLE, Lippstadt
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Deutsche Bahn AG
Sendung: WDR 2 Südwestfalen, Lokalzeit, 02.06.2026, 15:30 Uhr
