„Drei Zeichen dafür, dass du ADHS hast“ oder „Warum Narzissten nicht lieben können“ – Videos zu mentaler Gesundheit werden auf TikTok millionenfach geschaut. Forscher der Universität Duisburg-Essen haben deutschsprachige TikToks dazu erstmals auf ihre Qualität untersucht.
Dafür schauten sie sich rund 180 der Kurz-Videos unter den Hashtags ADHS, Depression, Autismus, Angststörung, Narzissmus und PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) an und untersuchten sie auf Falschinformationen. Das Ergebnis der Studie: Nur 20 Prozent der Videos waren wirklich korrekt.
Forscher warnen vor TikTok-Selbstdiagnosen
Ein Drittel der Videos enthalte Falschinformationen, knapp 20 Prozent sei sehr allgemein gehalten und ohne wissenschaftliche Grundlage und wieder ein Drittel handle ausschließlich von persönlichen Erfahrungen. Der persönliche Austausch von Betroffenen über Social Media Plattformen wie TikTok sei durchaus wertvoll, schreiben die Wissenschaftler aus dem Ruhrgebiet.
Sie warnen jedoch auch vor Fehlinformationen, die meist nicht von Fachleuten, sondern von Laien oder "Coaches" verbreitet werden. Diese Videos könnten nicht nur zu falschen Selbstdiagnosen führen, sondern auch zur Glorifizierung von psychischen Erkrankungen.
TikTok ist vor allem bei jüngeren Menschen eine beliebte Plattform. Die untersuchten Kurz-Videos hatten durchschnittlich eine halbe Million Aufrufe. Das Fazit der Forscher: Die Beratung und Diagnostik von Profis, wie beispielsweise bei einer Psychotherapie, könnten und sollten die TikToks nicht ersetzen.
An der Studie waren die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LVR-Universitätsklinik Essen und die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen beteiligt.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- LVR-Universitätsklinik Essen
- Universität Duisburg-Essen
- Fachjournal "Clinical Psychology In Europe"
WDR.de, Uni Duisburg-Essen – Viele TikToks zu mentaler Gesundheit falsch, 07.04.2025, 16:30 Uhr