Im Schloßpark in Essen-Borbeck haben die Nilgänse schon Junge und laufen gemütlich über die Wiesen. Auch Kanadagänse sind schon am kleinen Teich. Enten, die früher hier ihr Revier hatten, gibt es kaum noch. Sie wurden verdrängt von den größeren Wildgänsen.
"Nervig, wenn alles vollgekackt ist"
Kian und Aron sitzen im Park auf einer Bank, noch stören sie die Gänse nicht. Aber wenn wieder mehr Kanada- und Nilgänse da sind, ist es "nervig, wenn alles vollgekackt ist", sagt Kian. Und sie können auch nerven, wenn man etwas essen möchte. Sein Freund Aron stimmt zu und nickt mit dem Kopf.
Aber man solle den Gänsen nichts tun, "auf gar keinen Fall jagen", sagt Aron. Vielleicht könnte man ihnen ein Gehege bauen, wo sie ihren Kot lassen, schlägt der 16-Jährige vor. Zumindest in der Zeit im Juni und Juli, wenn sie in der Mauser sind und nicht fliegen können, sei das doch eine Lösung.
Kian Feldhaus und Aron Ziehn finden die Gänse im Park manchmal nervig
Die Gänse sind "sensationell"
Maria Chmielewska ist von den Gänsen begeistert. Sie kann genau unterscheiden, welche die Nilgänse sind und welche die Kanadagänse. Für die Polin sind die Gänse "sensationell". "Ich habe sogar Bilder gemacht und sie nach Polen geschickt," sagt sie. Gar nichts sollte man ihrer Meinung nach gegen die Gänse tun. Sie gehörten schließlich zur Natur.
Maria Chmielewska findet die Gänse im Essener Schlosspark "sensationell"
Die Städte probieren seit Jahren viele Maßnahmen aus. In Mülheim dürfen sie kontrolliert gejagt werden, in Essen probiert man seit einem Jahr, die Gänse mit hohen Gräsern und Blühwiesen zu vertreiben. Gänse brauchen kurzen Rasen und weite Sicht. Aber alles hat noch nicht zu einer Eindämmung der Population geführt.
"Gänse bitte nicht füttern"
In Bochum zählt man zurzeit die Anzahl der Kanada- und Nilgänse. Eine Biologin will prüfen, ob im Frühjahr dann Eier entnommen werden, um die Ausbreitung einzudämmen. Eine Jagd komme nicht infrage, weil es aus Sicht der Biologin keinen Sinn macht. Dann kämen aus den Nachbarstädten neue Gänse angeflogen.
"Ein Fütterungsverbot ist ein gutes Mittel, die Gänse nicht noch mehr an den Standort zu gewöhnen", heißt es von der Stadt. In Bochum sollen die Bürger dazu jetzt auch mehr aufgeklärt werden. Das Futter der Passanten sei außerdem für die Gänse nicht geeignet.
Unsere Quellen:
- Grünflächenamt Stadt Bochum
- Stadt Essen
- Vorherige WDR-Berichte
- Reporterin vor Ort im Schloßpark
Sendung: WDR.de, Maßnahmen gegen Wildgänse im Ruhrgebiet, 04.05.2026, 11:22 Uhr