Kaum Platz für Fußgänger : Plötzlich Betonwand auf Gehweg in Fröndenberg
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Zur Sicherung einer Brücke hat Straßen NRW eine Betonwand auf den Bürgersteig gestellt. Fußgänger haben jetzt nur noch 50 Zentimeter Platz, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen keine Chance mehr durchzukommen. Die Anwohner sind sauer und verstehen den Nutzen nicht.
Es war bisher der kürzeste Weg zum Supermarkt für Saskia Schulze-Oben. Einfach die B233 runter bis Fröndenberg-Langschede und dann rechts. Bis Anfang Mai. Da stand plötzlich eine sogenannte Betongleitwand auf der Brücke über die Eisenbahngleise. Präzise stand das Teil genau mittig auf dem Gehweg, so dass der Kinderwagen nicht mehr durchpasst. "Wer hat sich so einen Mist ausgedacht", war ihr erster Gedanke, "jetzt muss ich einen Riesenumweg gehen."
Saskia Schulze-Oben kommt mit ihrem Kinderwagen nicht an der Betonwand vorbei.
Gerade mal 50 Zentimeter Platz für Fußgänger
Matthias Büscher wohnt seit fast 50 Jahren direkt neben der Brücke. Er hat nachgemessen: Es bleiben gerade mal 50 Zentimeter Platz für Fußgänger. Alleine geht das gerade noch, aber schon wenn jemand aus der anderen Richtung kommt, muss einer warten. Und der Fußgängerweg auf der anderen Straßenseite endet nach der Brücke direkt im Unkraut.
Matthias Büscher misst nach: Den Fußgängern bleiben nur noch 50 Zentimeter Platz.
"Ich bin stinksauer über so eine Aktion", sagt er und muss sich sichtlich zusammenreißen, um nicht deutlicher zu werden. "Ich verstehe diese ganze Aktion nicht. Wenn ich gewusst hätte, dass die das aufbauen, hätte ich mich hier festgeklebt."
Straßen NRW will die Brücke schützen
Die sind in diesem Fall die Entscheider von Straßen NRW, dem Landesbetrieb für Straßenbau. Die Betongleitwand diene der Verkehrssicherheit des Bauwerks. Dort befinde sich am Rand die sogenannte Kappe, die in den Berührungsschutz mündet. Diese Sicherungsmaßnahme führe man nach Schäden an einer Brücke an insgesamt 19 Brücken in Nordrhein-Westfalen durch.
Schutz vor Stromschlägen auf Bahntrasse ohne Oberleitung
Der Berührungsschutz ist eine Art Betondach neben der Brücke, die Passanten vor der Oberleitung der Bahn schützen soll und 1968 gebaut wurde. Allerdings gab es weder damals noch heute eine Oberleitung auf der Oberen Ruhrtalbahn durch Fröndenberg-Langschede. Laut Deutscher Bahn wird sich daran auch bis mindestens 2035 nichts ändern.
Die Anwohner jedenfalls sind verärgert über die Schutzmaßnahme und wollen sie wieder weg haben. Man denke bereits über den Klageweg nach.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort in Fröndenberg-Langschede
- Gespräche mit Anwohnern
- Pressemitteilung und Stellungsnahme Straßen NRW
- Informationen der Deutschen Bahn
Sendung: WDR.de, Plötzlich Betonwand auf Gehweg, 19.05.2026, 16:31 Uhr
