Mütterpflegerin hilft Frauen, nicht zu verzweifeln

WDR 03:13 Min. Verfügbar bis 18.06.2028 Von Anastasia Mehrens

Mütterpflege im Ruhrgebiet Hilfe für Familien rund um die Geburt

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Eine Mütterpflegerin aus Castrop-Rauxel wird zur Rettung im Alltag vor und nach der Geburt. So funktioniert das.

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Anastasia Mehrens

Sabina Rosenkiewicz putzt Fenster, kocht, wechselt die Bettwäsche - und entlastet damit Chantal Wojciechowski in Castrop-Rauxel. Die 30-Jährige ist im neunten Monat schwanger, darf sich aber kaum bewegen. Sie hat eine Hochrisikoschwangerschaft und muss sich schonen, damit ihre Tochter nicht zu früh auf die Welt kommt.

Ihr Mann ist selten zuhause - wegen der Arbeit. Ihre Eltern wohnen weit weg. Durch eine Freundin hat die Bochumerin erfahren, dass es Mütterpflegerinnen gibt.

Mütterhelferin: "Um ein Kind großzuziehen, braucht es ein Dorf - das ersetze ich."

Frau putzt Fenster

Als Mütterpflegerin nimmt Sabina den Alltagsstress ab.

Seit einem Monat kommt Sabina Rosenkiewicz aus Castrop-Rauxel zu Chantal, viermal die Woche für jeweils fünf Stunden. "Es gibt dieses afrikanische Sprichwort: Um ein Kind großzuziehen, brauchst du ein Dorf. Die meisten leben hier in einer Konstellation, wo Eltern, Tanten, Freundinnen nicht unbedingt so greifbar sind wie in einem afrikanischen Dorf. Ich versuche, dieses Dorf zu ersetzen," sagt Rosenkiewicz.

Mütterpflege als Kassenleistung

Anspruch auf eine Mütterpflegerin haben Frauen mit bestimmten Risikofaktoren in der Schwangerschaft, nach Geburtsverletzungen oder wenn sie allein sind. Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten komplett, manche nur teilweise. Wie lange die Unterstützung dauert, wird individuell vom Arzt verordnet - in der Regel etwa vier Wochen. Maximal geht es aber bis zu 26 Wochen.

Zwei Frauen in der Küche

Mehrmals die Woche hilft Sabina bei Chantal.

Sabina Rosenkiewicz kümmert sich um werdende Mütter, wie Chantal Wojciechowski. Die Castrop-Rauxelerin unterstützt aber auch, wenn das Kind schon da ist. Dabei ersetzt eine Mütterpflegerin keine Hebamme. Medizinische Aufgaben gehören nicht dazu.

Sie hilft mit Geschwisterkindern, macht zwischendurch eine Entspannungsmassage, erinnert daran, Tabletten zu nehmen. "Sie ist teilweise auch emotional für einen da, man kann miteinander sprechen, sie hat Erfahrungen, weil sie selber Mutter ist, zumindest meine Mütterpflegerin", sagt Chantal.

Ein Job, der glücklich macht

Eine Mutter mit ihren Kindern im Garten.

Sabina ist selber zweifache Mutter.

Sabina Rosenkiewicz hat selbst zwei Kinder. Als sie ihren Sohn bekam, wurde bei ihr ein Hirntumor gefunden. Diese Zeit hat ihren Blick auf viele Dinge geändert. Deswegen kündigte sie ihren Job im Vertrieb und machte eine Ausbildung zur Mütterpflegerin. "Ich wollte aus dieser Zahlen-Daten-Fakten-Welt in etwas, was mich erfüllt. Ich möchte Frauen im Wochenbett helfen, nicht zu verzweifeln."

Mit Hilfe von Sabina Rosenkiewicz hat Chantal es geschafft, dass ihre Tochter nicht zu früh zur Welt kam. Sie ist aber froh, dass die Mütterpflegerin auch nach der Geburt für sie da ist. "Das bedeutet für mich eine enorme Entlastung, weil mein Mann sich keinen Urlaub nehmen kann. Ich weiß, dass ich mit einem Kleinkind, einem Baby und einem Hund nach einer großen Bauch-OP nicht allein bin. Ich habe Sabina und das ist eine große Erleichterung für mich."

Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Sabina Rosenkiewicz, Mütterpflegerin aus Castrop-Rauxel
  • WDR-Gespräch mit Chantal Wojciechowski
  • Mütterpflege Deutschland e.V.

Sendung: WDR.de, Mütterpflegerin hilft Frauen, nicht zu verzweifeln, 18.06.2026, 9.16 Uhr

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