Fünf Angeklagte sitzen am Donnerstagmittag (21.05.) pünktlich mit ihren Verteidigern in Saal 201. Vier weitere Angeklagte werden nacheinander von Justizbeamten in den Gerichtsaal geführt. Sie sitzen in U-Haft, weil bei ihnen Fluchtgefahr vermutet wird.
Zusammen wollten sie offenbar das große Rad im Geschäft mit chemischen Drogen drehen. Am Ende steht aber eine Anklage unter anderem wegen bandenmäßigen Drogenhandels, Diebstahls und Verabredung zum Mord. Aussagen wollte heute noch keiner von ihnen.
Drogenlabor in Hagen-Eilpe
Im vergangenen November entdeckte die Polizei ein großes Drogenlabor in einer alten Fabrikhalle. Dort sollten laut Anklage insgesamt mehr als 700 Kilogramm MDMA hergestellt worden sein. Das ist der Wirkstoff unter anderem in Ecstasy. Das Hagener MDMA soll in die Niederlande exportiert worden sein.
In dem Drogenlabor soll unter anderem der Wirkstoff für Ecstasy-Tabletten hergestellt worden sein.
Verabredung zum Mord
Die Staatsanwaltschaft Hagen wirft einem Teil der Bande außerdem die Verabredung zum Mord vor. Einer der Angeklagten soll nach Auskunft der Ermittler seine Komplizen offenbar beklaut und betrogen haben. Diese hätten daraufhin beschlossen ihn zu töten. Sie sollen auch schon eine Schusswaffe beschafft haben.
Volle Anklagebank
Die neun Angeklagten sind zwischen 25 und 53 Jahre alt und stammen aus Hagen, Wuppertal, Iserlohn und Gevelsberg. Zwei von ihnen sind in den Niederlanden gemeldet. Der Prozess wird vermutlich bis mindestens Ende September dauern.
Unsere Quellen:
- Mitteilung des Landgerichts Hagen
- Reporterin beim Prozess-Auftakt
Sendung: WDR.de, Dealerbande in Hagen vor Gericht, 21.05.2026, 17:31 Uhr
