Das Drogenlabor war in einer alten Fabrikhalle in einem Hinterhof in Hagen untergebracht. Die Bande soll hier synthetische Drogen "gekocht" haben. Wahrscheinlich handelte es sich um MDMA, umgangssprachlich auch als Ecstasy bekannt. Die genaue Identifizierung der Stoffe steht noch aus.
Das Kommissariat "Organisierte Kriminalität" der Hagener Polizei hat schon länger verdeckt gegen die Gruppe ermittelt. Bei einer Durchsuchung hat die Polizei viele Chemikalien sichergestellt und zunächst vier Personen festgenommen, eine Frau und drei Männer.
Weitere Festnahmen in Hagen, Remscheid und Iserlohn
Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurden acht weitere Personen in Hagen, Remscheid und Iserlohn vorläufig festgenommen. Ihre Wohnungen wurden mithilfe eines Spezialeinsatzkommandos durchsucht, da es auch Hinweise auf Waffen bei einem der Verdächtigen gab. Die Ermittler verdächtigen die Festgenommenen, in unterschiedlichen Rollen an der Herstellung sowie dem Handel mit synthetischen Drogen beteiligt gewesen sein könnten.
Bei den Durchsuchungen wurden unter anderem rund zwei Kilogramm Ecstasy-Tabletten, Bargeld, zahlreiche Mobiltelefone, mehrere Fahrzeuge sowie diverse Waffen (darunter Macheten, zwei Äxte und Einhandmesser) sichergestellt.
Vier Männer in U-Haft
Am Samstag wurden die Festgenommenen auf Antrag der Hagener Staatsanwaltschaft einer Haftrichterin vorgeführt. Diese hat gegen fünf von ihnen Untersuchungshaftbefehle erlassen. Einer wurde gegen Meldeauflagen außer Vollzug gesetzt. Die Ermittlungen gehen weiter.
Chemikalienbehälter umgekippt
Das Drogenlabor in der Fabrikhalle sollte möglicherweise von der Bande abgebaut werden. Als die Einsatzkräfte eintrafen, fanden sie einige Behälter mit Chemikalien vor, die umgekippt und beschädigt waren. Die Stoffe sind in den Boden gesickert. Deshalb waren auf dem Gelände im Hagener Stadtteil Eilpe Spezialkräfte der Feuerwehr in Schutzanzügen und mit Gasmasken unterwegs. Sie haben untersucht, ob die Stoffe schädlich sind und ob der Boden verseucht ist. Die Ergebnisse der Untersuchung stehen noch aus.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Polizei Hagen