Kundin steht vor der Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen

Vera Kortoglu fürchtet um ihr Erspartes

"Fühlen uns verarscht": Betroffene nach Bank-Einbruch in Gelsenkirchen

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Nach dem Einbruch in den Tresorraum der Sparkasse Gelsenkirchen zeigen viele Betroffene ihren Unmut. Sie warten auf Infos.

Fassungslos, verzweifelt, wütend. So fühlen sich die vielen Gelsenkirchener, wie Vera Kortoglu heute. Die 39-Jährige hat dort ein Schließfach und weiß auch am Dienstagnachmittag noch immer nicht, ob von ihrem Ersparten noch etwas übrig ist.

Sie ist wütend und fassungslos. Von der Sparkasse fühlt sie sich hängen gelassen. "Wir wurden überhaupt nicht informiert, dass alles nur bis 10.300 Euro versichert ist. Wir zahlen ja schon 80 Euro für unser Schließfach, das ist nicht günstig. Wir fühlen uns gerade verarscht."

Wie viele der Kunden hat sie Angst, auf dem Schaden sitzen zu bleiben. Denn wie genau soll sie beweisen, wie hoch der Wert des geerbten Schmuckes im Schließfach war? "Ich habe damals ein Foto gemacht vom Geld und Schmuck, aber bringt wahrscheinlich nichts", fürchtet sie.

Kundin: "Ich bin fix und fertig"

Auf dem Foto ist eine Frau mit dunklen Haaren, die starr geradeaus blickt und redet.

Özlem Kalafat hat wahrscheinlich ihr Erspartes verloren.

Özlem Kalafat gehört auch zu den Wartenden. Sie hatte das Ausmaß des Raubes erst unterschätzt. Nun weiß sie, dass fast alle Schließfächer betroffen sind. "Ich konnte heute gar nicht arbeiten. Ich bin hier hergekommen, damit ich was höre, damit ich mitkriege, ob alles weg ist. Aber leider kann uns keiner helfen. Ich bin fix und fertig."

Ersparte für die Enkel im Schließfach

Eine weitere Frau, die ihren Namen nicht nennen will, erzählt, dass sie das Ersparte ihres Schwiegervaters im Schließfach verwahrt habe. Er habe sich jeden Euro vom Mund abgespart und auf vieles verzichtet, um seinen Enkeln etwas zu hinterlassen. Von dem Raub habe sie aus dem Radio erfahren.

"Da ist mir beinah die Kaffeetasse aus der Hand gefallen. Mich hat noch nicht mal jemand angerufen, um mich zu informieren. Ich traue mich nun nicht, das meinem 91-jährigen Schwiegervater zu sagen. Ich habe Angst, dass er dann einen Herzinfarkt kriegt und stirbt."

Alleinerziehende Kundin hat keinen zusätzlichen Versicherungsvertrag

Kundin der Sparkasse mit Tränen in den Augen

Die Alleinerziehende Naciye Avsar-Cakir hat keinen Versicherungsvertrag

Naciye Avsar-Cakir steht auch mit Tränen in den Augen im Pulk der Wartenden. Die Alleinerziehende weiß nicht, ob ihr Schließfach betroffen ist und erzählt, dass das Erbe ihrer Mutter darin lagert. Der goldene Schmuck habe einfach einen großen emotionalen Wert für sie. Die Sparbücher der Kinder, ein Verlobungsring, zählt sie weiter auf. "Man tut ja alles ins Schließfach, weil man denkt, da ist es besser geschützt."

Naciye Avsar-Cakir hat gestern den ganzen Abend ihre Unterlagen der Sparkasse durchgesehen, um dann resigniert festzustellen: "Ich habe keinen zusätzlichen Versicherungsvertrag gemacht".

Die Mitteilung über den Einbruch steht immer noch auf der Internetseite der Sparkasse Gelsenkirchen. Immer noch verbunden mit der Aufforderung an die Kunden, von einem Besuch der Filiale in Buer abzusehen.

Gereizte Stimmung beruhigt sich nach Eintreffen der Polizei

Die Polizei musste die Wartenden am Vormittag beruhigen. Seit 14 Uhr hat die Sparkasse eine Hotline eingerichtet. Heute, morgen und am 2. Januar können sich Betroffene unter folgender Telefonnummer melden, um Information zu bekommen: 0209 161 111 0

Nach Einbruch: Kunden protestieren vor Sparkasse in Gelsenkirchen

WDR Studios NRW 30.12.2025 02:21 Min. Verfügbar bis 30.12.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Polizei Gelsenkirchen
  • Westfälischer Sparkassenverband
  • Beobachtungen von WDR-Reportern vor Ort

Sendung: WDR 5 "Der Tag um 12", Lokalzeit Ruhr, 30.12.2025, 12.00 Uhr

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr30.12.2025, 19.30 Uhr

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