Nach tödlichem Unfall in Ennepetal: Unterschriften für mehr Sicherheit
Lokalzeit aus Dortmund. 31.07.2025. 02:32 Min.. Verfügbar bis 31.07.2027. WDR. Von Dirk Planert.
Sonntagabend, 19.30 Uhr: Ein Skoda fährt die Holthauser Talstraße bergauf. Der Fahrer ist 27 Jahre alt. Im Auto sitzen auch die Geschwister Mira und Louis. An der Abbiegung zur Klinik Königsfeld schießt der Wagen aus der Kurve und landet mit dem Dach in einem Baum.
Für Mira und Louis kommt jede Hilfe zu spät
Rettungsdienst und Feuerwehr können den beiden Geschwistern nicht mehr helfen. Mira und Louis sterben noch an der Unfallstelle. Der Fahrer kommt in ein Krankenhaus.
An der Unfallstelle: Blumen für Mira und Louis
In den Tagen danach stehen immer mehr Blumen und Fotos der Beiden an der Unfallstelle. Ein Freund organisiert eine Spendenaktion im Internet. Die alleinerziehende Mutter bekommt das Geld für die Beerdigung. Mira und Louis waren ihre einzigen Kinder.
Lebensgefährlich: Mit Tempo 100 in die Kurven
Die Straße ist fast drei Kilometer lang und verbindet die Bundesstraße 483 mit dem Heilenbecker Tal. Es gibt viele Kurven und keine Geschwindigkeitsbegrenzung. 100 km/h sind erlaubt. Hier wohnt Michael Lappe.
Das ist eine Rennstrecke. Es hat uns wirklich gewundert das hier nicht viel früher was passiert ist. Michael Lappe, Anwohner
Ein paar hundert Meter bergauf, auf der anderen Seite steht Karin Quett in ihrem Garten und blickt auf die Straße. "100 sind erlaubt. Aber wenn man in die Kurven reinfährt und man hat 70 drauf, dann wird man schon rausgetragen."
Vor fünf Jahren war bereits eine 65-jährige Frau bei einem Zusammenstoß getötet worden. Seitdem gab es 17 weitere Unfälle, davon drei mit Verletzten.
Geschwindigkeitsbegrenzung gefordert
Am Abend des Unfalls reichte es Anwohner Florian Schulze. Er organisierte eine Unterschriftensammlung. In den nächsten Tagen sollen die Unterschriften an die Bürgermeisterin gehen. "Damit sowohl die Holthauser Talstraße als auch die Heilenbecker Straße eine Geschwindigkeitsbegrenzung bekommen und eine dauerhafte Geschwindigkeitsübewachung", erklärt Schulze.
Der Anwohner rennt damit bei der Bürgermeisterin von Ennepetal, Imke Heymann, offene Türen ein. "Ich glaube, dass wir da mit einfachen Mitteln durchgängig eine Geschwindigkeitsreduzierung haben können. Und dann kann man da in Ruhe fahren", meint die Bürgermeisterin.
Stadt, Kreis und Polizei müssen gemeinsam entscheiden
Die Holthauser Talstraße ist eine Kreisstraße. Deshalb kann Heymann das nicht allein entscheiden. Sie hat die Verkehrskommission von Stadt, Kreis und Polizei einberufen. Die entscheiden gemeinsam. Die Sitzung soll stattfinden, wenn die Unfallursache abschließend geklärt ist.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort, im Gespräch mit Anwohnerinnen und Anwohnern
- Polizei Ennepetal
- Kreis Ennepetal
- Stadt Ennepetal