Reifenwechsel geht schief: Pick-up kracht in Hauswand
WDR. 02:28 Min.. Verfügbar bis 11.03.2037.
Um die Reifen seines rund 3,5 Tonnen schweren Pick-ups zu wechseln, wollte der Besitzer am Dienstagnachmittag laut Feuerwehr rückwärts auf eine Rampe vor dem Haus auffahren. Im ersten Anlauf hatte der 60-Jährige dafür aber zu wenig Schwung. Vor dem zweiten schaltete der Fahrer dann die Allrad-Funktion seines Autos ein - und probierte es mit mehr Wucht.
Dabei trat er offenbar zu stark aufs Gaspedal. Sein Pick-up schoss über die Rampe hinaus und krachte rückwärts in die Wand des Mehrfamilienhauses. In der Küche seiner Vermieterin kam er dann zum Stehen. Zum Glück war der Raum zum Zeitpunkt des Unfalls leer. Auch der Fahrer blieb unverletzt.
"Der Fahrer hat angegeben, dass er durch den Allradantrieb einfach zu viel Schwung hatte." Christoph Neuhaus, Sprecher der Polizei
Rettungseinsatz dauert sechs Stunden
Eine Nachbarin berichtet von einem lauten Knall. "Wir waren schockiert. Ich habe meinem Mann gesagt, dass das halbe Auto in der Küche steckt, und er konnte es nicht glauben." Den beiden sei aber sofort klar gewesen, dass es keine Absicht gewesen sei, ergänzt sie.
Über eine Holzrampe haben Feuerwehr und THW den Pick-up aus der Küche gerollt
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks konnten den Pick-up schließlich auf einer Rampe aus Holz vorsichtig aus der Küche herausrollen. Der Einsatz dauerte rund sechs Stunden. Allein vom THW waren 17 Einsatzkräfte vor Ort.
Hauswand mit Holzplatte bedeckt
Die Polizei ordnet den Einsatz als Verkehrsunfall mit Sachschaden ein. Trotzdem sei es ein Glücksfall, dass niemand im Haus zu Schaden gekommen ist, so Polizeisprecher Neuhaus.
Das Heck des Pick-ups ist stark demoliert, die Hauswand notdürftig abgedeckt
Baustatiker mussten das Gebäude überprüfen und es zum Teil abstützen. Die Fassade wurde notdürftig abgedeckt. Besonders brisant: Das Auto hat einen Gas-Antrieb, was die Bergung zusätzlich gefährlich machte.
Wer für den Schaden zuständig ist, müssen jetzt die Versicherungen der Beteiligten prüfen.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Luzian Günther, Leiter der Feuerwehr Ennepetal
- WDR-Gespräch mit Christoph Neuhaus, Sprecher der Polizei Ennepetal
- Nachrichtenagentur dpa
- Beobachtungen eines WDR-Reporters vor Ort
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