Das "Gipfelkreuz" des Ruhrgebiets steht auf dem Wengeberg in Breckerfeld
Bitte was?! Ein Gipfelkreuz fürs Ruhrgebiet? Ein kurzer Blick auf den Kalender verrät unmissverständlich: Wir haben nicht den ersten April. Diese Geschichte ist wahr. Auf dem Wengeberg in Breckerfeld im Ennepe-Ruhr-Kreis steht jetzt ein solches Gipfelkreuz und zwar auf dem Dach eines Restaurants.
Attraktion auf über 400 Höhenmetern
Der Ennepe-Ruhr-Kreis - das muss man vielleicht wissen - gehört formal zum Verwaltungsbereich des Regionalverbands Ruhr (RVR) und damit zum Ruhrgebiet. Breckerfeld als südlichste Stadt des Kreises liegt an der Grenze zum Sauerland und zum Bergischen Land.
Breckerfeld hat den höchsten Punkt im Ruhrgebiet
Der Wengeberg wiederum ist mit 442 Metern über Normalnull der höchste Punkt im Ruhrgebiet. Das führte vor Jahren schon eine Initiative in Breckerfeld zu der Idee, dort ein Gipfelkreuz hinzustellen. Als Symbol für die Zugehörigkeit zum Ruhrgebiet, aber natürlich auch als Attraktion für Touristen.
Streit um Gipfelkreuz: Gastronom schafft Fakten
Und genau letzteres hatte in Breckerfeld neben viel Sympathien für die Idee auch für Kritik gesorgt. Anwohner in einem Wohngebiet ganz in der Nähe befürchteten zu viel Andrang auf dem Wengeberg und es gab Kritik an den hohen Kosten für das Projekt. Daher entschied sich die Lokalpolitik 2019 am Ende doch dagegen.
Das neue Gipfelkreuz des Ruhrgebiets auf einem Restaurantdach in Breckerfeld
Jetzt, sieben Jahre später, steht das Gipfelkreuz doch. Ganz ohne Diskussionen und ohne große Vorankündigung. Der Inhaber eines Restaurants auf dem Wengeberg schuf einfach Fakten, indem er die alte Idee aufgriff und das Kreuz auf einem kleinen Turm errichten ließ, der auf dem Dach des Gebäudes bereits vorhanden war.
Touristen in Reisebussen suchten schon nach dem Kreuz
Tatsächlich soll es auch "Nachfrage" gegeben haben nach dieser Attraktion, berichtet Johannes Dennda vom Museumsverein Breckerfeld, der damals die ursprüngliche Idee zu dem Projekt hatte: "Es waren vor kurzem erst zwei Reisebusse mit Leuten dort, die ganz aufgeregt nach dem Gipfelkreuz fragten, weil sie vor Jahren von der Idee hörten."
Dennda freut sich sehr, dass es nun praktisch einer privaten Initiative zu verdanken ist, dass das Kreuz doch noch aufgestellt wurde: "Ich komme jetzt zum Kinde, ohne es gezeugt zu haben", lacht er. "Es ist wichtig, dass wir Breckerfeld touristisch unterstützen."
Neue Konflikte mit Anwohnern erwartet Johannes Dennda nicht. Das Restaurant habe einen eigenen Parkplatz, da wäre auch Platz für etwas Andrang. Ob der kommen wird, wird sich zeigen - das Restaurant auf dem Wengeberg eröffnet erst nächste Woche wieder nach längerer Renovierungsphase.
Unsere Quellen:
- Interview mit Johannes Dennda, Museumsverein Breckerfeld
- Vorherige WDR-Berichterstattung
Sendung: WDR2, Lokalzeit Rhein und Ruhr, 22.06.2026, 9:31 Uhr
