"Jeder weint doch mal" – Busfahrer und Frikadellenfan geht viral

Lokalzeit aus Dortmund 16.06.2025 03:17 Min. Verfügbar bis 16.06.2027 WDR Von Martin Wilger

"Jeder weint doch mal" - Busfahrer und Frikadellenfan geht viral

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Busfahrer Freddy aus Witten ist in den Sozialen Medien viral gegangen und wurde millionenfach geklickt. Er hatte sich hoch emotional von seinem Lieblingsimbiss verabschieden müssen. Jetzt spricht er über die Reaktionen auf seinen neuen Internetruhm.

Von Martin Wilger

Der Hype um Freddy Külpmann hat vor rund zwei Wochen begonnen: Der Imbiss vom Wittener Frikadellenkönig hatte vergangenen Monat dichtgemacht. Für viele zwar doof, für Busfahrer Külpmann aber eine Katastrophe. In einem WDR-Interview ließ er seinen Tränen freien Lauf.

Was genau ihn da so traurig gemacht hat, kann er inzwischen ganz gut in Worte fassen. Die Frikadelle selbst war es nicht - zumindest nicht nur: "Ach, so eine Frikadelle, da kaufe ich mir ein Pfund Mett und mache mir die selbst. Es geht doch um die Kontakte, dort, die Menschen, man hat sich geduzt, das war ein total netter Treffpunkt."

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Videoclip der Tränen geht viral

Doch was dann passiert, damit hat er nie gerechnet. Denn einige Tage später geht der Clip seines Videos viral. Und zwar auf allen Social-Media-Plattformen wie Instagram oder TikTok gleichzeitig. Und auch TV-Unterhaltungsprogramme wie "TV Total" springen auf den Zug auf.

"Ich hab dann auf der Seite vom WDR geguckt, und da waren dann schon 1,2 Millionen Klicks. Ich dachte nur, die spinnen doch alle", sagt Külpmann. Mittlerweile sind es über verschiedene Kanäle verteilt sogar mehr als zehn Millionen Aufrufe, auch Medien wie die Bild oder die Süddeutsche Zeitung berichten über Freddy.

Tränen wegen einer Frikadelle? Das kommt gut an, fast alle Kommentare im Netz sind positiv. Die User mögen seine Authentizität und bewundern es, dass er seine Gefühle so offen zeigt. Und viele in den Kommentarspalten fühlen mit ihm. Für seine Tränen schämt sich der 64-Jährige nicht.

Warum sollte ich, jeder weint doch mal. Selbst der muskelbepackte Supermann, der tut es dann vielleicht im stillen Kämmerlein. Und ich mache es halt in der Öffentlichkeit. Busfahrer und Frikadellenfan Freddy Külpmann

Freddy Külpmann hatte Job als Busfahrer schon an den Nagel gehängt

So emotional war er nicht immer. Früher ist er Linienbus in Hagen gefahren. Der Job hat ihn aufgefressen, erzählt er. Darum sei er in ein tiefes Loch gefallen. Eigentlich wollte er sogar nie wieder in einen Bus steigen, doch ein Freund hat ihn Jahre später überredet, Schulbus zu fahren.

Schüler Aleksandar Markovic mit dem 64-Jährigen Busfahrer. Sie stehen nebeneinander vor dem Bus.

Schüler Aleksandar Markovic mit dem 64-Jährigen Busfahrer. Neulich haben die Schüler ihm eine Frikadelle mitgebracht.

Da sein Busführerschein längst verfallen war, musste er den erst wieder beantragen - und hatte große Bedenken. "Doch dann bin ich rein, hab tief durchgeatmet, und bin losgefahren", erzählt er mit Tränen in den Augen, "und das war einfach nur geil. Und die ganzen schlechten Gefühle von früher waren wie weggeblasen."

Schüler nehmen Anteil

Die Schülerinnen und Schüler lieben ihren Busfahrer Freddy. Und darum haben ihn Aleksandar Markovic und eine Schulfreundin neulich mit einer Frikadelle im Brötchen überrascht. "Wir kannten ihn nur als netten Busfahrer, der total cool mit uns Schülern umgeht. Die emotionale Seite kannten wir von ihm gar nicht, darum wollten wir ihm eine Freude machen." Und die kam super an.

Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Busfahrer Freddy Külpmann
  • WDR-Gespräch mit Schülerinnen und Schülern

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