Essener Energiekonzern RWE will Milliarden in den USA investieren
00:28 Min.. Verfügbar bis 12.03.2028.
RWE will sein Geschäft mit erneuerbaren Energien, Batteriespeichern und Gaskraftwerken weiter enorm ausbauen. Auf der Bilanz-PK am Donnerstagvormittag in Essen kündigte der Konzern an, bis 2031 rund 35 Milliarden Euro investieren zu wollen. Knapp die Hälfte davon soll in die USA fließen.
"Es wird alles gebraucht", sagte Konzernchef Markus Krebber in Hinblick auf den enormen Strombedarf unter anderem für Rechenzentren. Wie auch in Deutschland soll ein Teil der Investitionen in flexible Gaskraftwerke fließen, der Großteil aber in Windräder, Solaranlagen und Batteriespeicher.
RWE-Investionen in erneuerbare Energien in den USA
Auf den ersten Blick passen Ökostrom-Projekte und die Trump-Regierung in den USA nicht zusammen. Doch RWE sieht einen riesigen Markt. "Dort haben die erneuerbaren Energien eine starke Konjunktur. Weil sie schnell gebaut werden können und weil sie wettbewerbsfähig sind", sagt RWE-Finanvorstand Michael Müller.
Außerdem seien zum Beispiel Solarparks dort oft sechs- bis zehnmal so groß wie hierzulande. Und entsprechend leistungsstärker. Entscheidend sei aber: Der Energiehunger der Techkonzerne sei so groß, dass die Politik im Alltag gar keine so große Rolle spiele. Eine Ausnahme seien nur Hochseewindparks, Offshore-Projekte liegen im Moment auf Eis, sagte Krebber am Donnerstag.
Hierzulande setzt RWE außerdem auf die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung. Demnach sollen spätestens in diesem Jahr zunächst zwölf Gigawatt flexible Kapazitäten ausgeschrieben werden, die dann zum Einsatz kommen, wenn kein Strom aus Wind und Sonne zur Verfügung steht. RWE möchte dazu drei Gigawatt mit wasserstofffähigen Gaskraftwerken beisteuern.
RWE: Gewinn wegen hoher Energiepreise leicht eingebrochen
Dr. Markus Krebber
Mit Blick auf die momentan enorm steigenden Preise für Öl und Gas sagte Krebber: "Wenn es wirklich länger dauert, könnte es kritisch werden". Er blicke dabei insbesondere auf das Auffüllen der deutschen Gasspeicher im Sommer.
Beim Gewinn musste RWE 2025 gegenüber dem Vorjahr mit 1,8 Milliarden Euro einen leichten Rückgang hinnehmen. Das war aber nach einer Zeit mit enorm hohen Energiepreisen erwartet worden.
In den kommenden Jahren sollen die Erträge erneut wachsen. Davon werden auch rund 80 Kommunen und Landkreise in NRW, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen profitieren. Sie sind an RWE beteiligt und erhalten Dividenden, die in ihre Haushalte fließen.
