Stahlstandort Duisburg: Thyssenkrupp nimmt neue Gießanlage in Betrieb
Lokalzeit aus Duisburg . 04.07.2025. 02:30 Min.. Verfügbar bis 04.07.2027. WDR. Von Jessika Westen.
Stahlstandort Duisburg: Thyssenkrupp nimmt neue Gießanlage in Betrieb
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Deutschlands größter Stahlhersteller Thyssenkrupp hat am Standort Duisburg eine neue Gießanlage in Betrieb genommen. Die Investitionen belaufen sich auf 800 Millionen Euro. Der Konzern spricht von einer der größten Modernisierungen in der Firmengeschichte.
Zur Stahlherstellung gehört weitaus mehr als ein paar milliarden-teure Hochöfen. Das Rohmaterial muss auch weiterverarbeitet werden. Für diese nächsten Schritte der Herstellung hat Thyssenkrupp eine neue, sogenannte Stranggießanlage bauen lassen. Hier wird der Stahl erhitzt und zu Stahlblöcken, so genannten Brammen gegossen, die dann anschließend zugeschnitten und entweder vorübergehend in einem hochmodernen Brammenlager oder in der neuen Warmbandanlage laden. Dort werden sie unter Hitze platt gewalzt, zu Stahlblech oder Stahlbändern.
Neue Anlagen gut für die Wettbewerbsfähigkeit
Die neue Anlage sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die Zukunftssicherung, findet Dannis Grimm, Vorstandssprecher von Thyssenkrupp Steel. "Wir glauben an den Standort, wir glauben an die Wettbewerbsfähigkeit, die wir mit dieser Anlage erzielt haben." Wettbewerbsfähigkeit, weil die Stahlprodukte, die in dieser Anlage verarbeitet werden, eine sehr hohe Qualität erreichen.
Vom Roheisen zum Stahlblech sind es viele verschiedene Produktionsschritte und immer wieder muss der Stahl erhitzt werden. Da können Einschlüsse entstehen, die womöglich später als Beule auf einem Kotflügel sichtbar werden.
Unternehmen weiter in der Restrukturierung
Auf die neue Anlage weist auch dieses Schild hin
Die neue Anlage allein wird Thyssenkrupp Steel allerdings nicht retten. Das Unternehmen steckt seit Jahren in der Krise, eine umfassende Neuausrichtung ist in Planung. Dazu sollen - so hat es die Geschäftsleitung just in den aktuellen Tarifverhandlungen - auch die Beschäftigten beitragen.
Stellenabbau in großem Stil war schon angekündigt, jetzt sollen die Mitarbeiter zum Beispiel auf Tariferhöhungen oder freie Tage verzichten. Das soll pro Jahr 200 Millionen Euro einsparen. Gewerkschaft und Betriebsrat halten das für den falschen Weg, auch wenn sie grundsätzlich für eine Restrukturierung sind. Denn, sagt Dirk Riedel von der IG-Metall: "Das ist klar, weil auch die politischen Rahmenbedingungen nicht so sind, dass wir alle hier La Paloma feiern."
Der Stahlpreis ist im Keller, die Konkurrenz aus China und Indien macht den deutschen Stahlkochern das Leben schwer. Und so werden vermutlich die guten Nachrichten, wie die, dass die neue Verarbeitungsanalage nun endlich fertig ist, rar bleiben.
Unsere Quellen:
- Reporterin vor Ort
- TK-Steel
- IG-Metall
- Wirtschaftsministerium NRW
- dpa
- WDR-Recherchen