Dortmunder Vereine machen Kinder fit im Wasser - und das kostenlos
Lokalzeit Ruhr. 24.10.2025. 03:12 Min.. Verfügbar bis 24.10.2027. WDR. Von Kristin Trüb.
Dortmunder Vereine machen Kinder fit im Wasser - und das kostenlos
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Jedes fünfte Kind in NRW kann nicht schwimmen. In Dortmund sind laut StadtSportBund Dortmund in einigen Stadtteilen sogar bis zu 80 Prozent der Kinder Nichtschwimmer. Damit jedes Kind in Dortmund die Möglichkeit bekommt, schwimmen zu lernen, gibt es eine gemeinsame Initiative von Vereinen und dem StadtSportBund.
Ins Wasser springen, tauchen, mit der Poolnudel durchs Becken gleiten - das macht den Kindern im Dortmunder Südbad inzwischen richtig viel Spaß. Zwei Wochen lang lernen die Mädchen und Jungen, sich sicher im Wasser zu bewegen.
"Am Anfang hatte ich ein bisschen Angst, weil die Abflüsse im Becken mir unheimlich waren", erzählt ein Junge. Auch andere Kinder mussten sich erst überwinden. Inzwischen sind sie richtige Wasserratten geworden.
Kostenlose Schwimmkurse für ältere Kinder
Kirstin Haumann vom Verein DJK Bewegungswelten betreut in den Herbstferien die älteren Kinder ab der zweiten Klasse. Für diese Kinder ist der Kurs kostenlos. Damit jedes Kind bis zum Ende der Grundschulzeit sicher schwimmen kann, haben sich mehrere Vereine in Dortmund zusammengeschlossen und bieten Intensivkurse an.
Kirstin Haumann
Die werden direkt über die Schulen organisiert und von Stiftungen finanziell unterstützt. So soll jedem Kind der Zugang zu einem Schwimmkurs ermöglicht werden. Am Anfang sollen die Kinder erst einmal Spaß im Wasser haben. Die Technik kommt später, erklärt Haumann.
"Es gibt Kinder, die Angst vor Wasser haben, weil sie noch nie in einem Schwimmbad waren." Kirstin Haumann, Schwimmlehrerin
Im besten Fall schaffen sie es zum Seepferdchen, aber eine Garantie kann die Trainerin aber nicht geben.
Wassergewöhnung und Selbstrettungsmaßnahmen
Wassergewöhnung ist der erste Schritt, bevor es ums Seepferdchen geht. Die Kinder lernen, im Wasser zu gleiten, damit sie sich über Wasser halten und im Notfall nach Hilfe rufen können.
Die Kinder lernen auch, wie sie sich im Ernstfall über Wasser halten.
Mit den fortgeschrittenen Kindern übt Haumann intensiv Selbstrettungsmaßnahmen wie das Rückenschwimmen. "Wenn sie auf dem Rücken liegen, haben sie das Gesicht zur Luft und können atmen, wenn sie erschöpft sind", erklärt sie.
Solche Fähigkeiten können Leben retten, besonders vor dem Hintergrund von Badeunfällen wie zuletzt in Hagen. Im Westfalenbad war ein siebenjähriger Junge ertrunken. Solche tragischen Ereignisse beschäftigen Kirstin Haumann und alle, die sich hier ehrenamtlich engagieren.
Appell an Eltern: regelmäßig üben
Die Trainerin appelliert an Eltern, regelmäßig mit ihren Kindern zu üben. Auch wenn die Kinder das Seepferdchen geschafft haben, ist das nur ein Anfang. "Wer nach dem Abzeichen nicht weiter übt, verlernt das schnell wieder", sagt Haumann.
Mehr als 300 Dortmunder Kinder machen in den Herbstferien einen Intensivschwimmkurs. Damit bald jedes Kind in Dortmund schwimmen kann, werden sich Kirstin Haumann und alle anderen Ehrenamtlichen weiterhin für solche Angebote einsetzen.
Unsere Quellen:
- StadtSportBund e.V.
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
- Gespräch mit Kirstin Haumann von DJK Bewegungswelten
Über das Thema berichten wir am 24.10.2025 auch im WDR-Fernsehen: Lokalzeit aus Dortmund, 19:30 Uhr.