Zugausfälle im Rheinland und Ruhrgebiet: Wie Pendler jetzt ans Ziel kommen
Lokalzeit aus Köln. 03.02.2026. 02:36 Min.. Verfügbar bis 03.02.2028. WDR. Von Stefan Gerich.
Zugausfälle im Rheinland und Ruhrgebiet: Wie Pendler jetzt ans Ziel kommen
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Ab kommenden Freitag (06.02.2026) wird eine der wichtigsten Bahnstrecken zwischen dem Rheinland und dem Ruhrgebiet gesperrt. Reisende müssen auf Busse umsteigen. Dafür hat die Bahn eine eigene Mega-Flotte bauen lassen. Am Dienstag ist sie in Leverkusen vorgestellt worden.
Für Bahn-Mitarbeiter Steven Schiwy sind es ereignisreiche Monate. Schiwy wird einer der 500 Busfahrer sein, die ab Freitag (06.02.) Reisende in ganz NRW an ihr Ziel bringen.
Mehrere hundert Busfahrer geschult
Gleichzeitig hat er als Koordinator in den letzten Monaten mehrere hundert Busfahrer auf den Strecken geschult. Wie viele Probefahrten er und seine Kollegschaft für das neue Projekt gemacht haben? "Reichlich", sagt Schiwy und lächelt. "Seit Dezember sind wir täglich dabei."
Ab Freitag um 21 Uhr sind im Rahmen der Generalsanierung Reisende zwischen Köln, Leverkusen, Wuppertal und Hagen vom Schienennetz der Deutschen Bahn abgeschnitten. Auf der Strecke finden bis zum 10. Juli Reparaturarbeiten statt, also gut fünf Monate.
Steven Schiwy hat hunderte Busfahrer auf den Routen geschult
Gleise, Oberleitungen und Weichen werden ersetzt oder erneuert. Außerdem modernisiert die Bahn zwölf Bahnhöfe, unter anderem den in Leverkusen-Manfort. Hier soll der Bahnsteig künftig auf Höhe der Zugtüren sein. Es ist eine der größten Bahnsperrungen der Region in den letzten Jahrzehnten.
Deutsche Bahn setzt "Verkehrs-Purpur" ein
Um die Folgen abzufedern, setzt die Bahn ein riesiges Schienenersatz-System ein. Täglich sollen bis zu 200 Busse in der betroffenen Region unterwegs sein: barrierefrei und ausgestattet mit WLAN, USB-Anschlüssen an jedem Platz, Sitzen mit Sicherheitsgurten und Gepäckablagen.
So sehen die Ersatzhaltestellen in "Verkehrs-Purpur" aus
Die Busse haben eigene Haltestellen und sind durch ihre eigene Farbe gut erkennbar - dem sogenannten "Verkehrs-Purpur". Neben den Bussen und Haltestellen sind auch die Bodenmarkierungen in der Spezialfarbe gehalten.
Schienenersatzverkehr alle zehn Minuten
Die Busse haben weniger Fassungsvermögen als die Bahnen, die sie ersetzen. Es können also weniger Personen mitfahren. Dafür sollen sie aber deutlich häufiger fahren, teilweise im Zehn-Minuten-Takt.
Laut der Deutschen Bahn soll das ausreichen. Infos zur Sperrung und die Fahrpläne des Schienenersatzverkehrs hat die Bahn auf ihrer Webseite veröffentlicht.
Härtetest spätestens am Montag
Spätestens am kommenden Montag (09.02.) erlebt der Schienenersatzverkehr seinen ersten Härtetest. Steven Schiwy erwartet von den Reisenden nur eine Sache: "Verständnis, dass nicht alles klappt. Es kann alles passieren, nicht nur im Alltag mit dem Hochleistungs-Ersatzverkehr."
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Deutsche Bahn
- Gespräch mit Steven Schiwy von der DB Regio
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Köln, 03.02.2026, 19.30 Uhr
Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit, 0302.2026, 16.31 Uhr