IHK-Umfrage zeigt: Stau und Baustellen schaden Betrieben

00:46 Min. Verfügbar bis 26.05.2028

IHK-Umfrage Betriebe in Bonn und Rhein-Sieg leiden unter Staus

Stand:

Die Verkehrssituation für die Wirtschaft hat einer neuen IHK-Umfrage nach verschlechtert. Ein regionales Konzept soll helfen.

Von Nadine Mena Michollek

Vor allem in der Rushhour stehen Autofahrer in Bonn und Rhein-Sieg besonders viel im Stau. Stockender Verkehr ist nicht nur nervig für Pendlerinnen und Pendler, sondern auch super schädlich für Handwerk und Transportunternehmen. Denn sie sind auf Lkw und Pkw angewiesen. Lange Anfahrtszeiten bedeuten mehr Kosten für Sprit und Personal. Diese Mehrkosten belasten die Betriebe.

Verkehrssituation verschlechtert

Weiße Leitbaken umzäunen eine Baustelle. Darin steht ein gelber Bagger. Auf der schmalen Fahrbahn am linken Bildrand stauen sich viele Fahrzeuge.

Viele Baustellen, die zeitgleich stattfinden, sollen laut der Umfrage besonders den Verkehr beeinträchtigen.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, dass auf die aktuelle Verkehrslage für Betriebe blickt und Verbesserungsvorschläge gibt.

Mehr als 600 Mitgliedsunternehmen der IHK und Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg haben daran teilgenommen. Hier gaben rund 71 Prozent der Befragten an, dass sich die Verkehrssituation für Pkw und Lkw in den letzten zwei Jahren verschlechtert hat.

Zu viele Großbauprojekte gleichzeitig

Grund hierfür seien vor allem die Baustellen, so die Befragten. Das sieht die Handwerkskammer (HWK) ähnlich. Früher habe es einzelne Baustellen gegeben, doch heute kämen viele Großprojekte gleichzeitig zusammen.

So zum Beispiel die Sanierung der A565, Arbeiten am Endenicher Ei oder auch das Fahrverbot für schwere Lkw auf der Nordbrücke.

Mehrkosten durch Stau

Vier Männer in Hemden sitzen hinter einem Tisch, vor ihnen Namensschilder. Im Hintergrund ein Werbeaufsteller der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg.

IHK und Kreishandwerkerschaft in Bonn und Rhein/Sieg plädieren für ein regionales Verkehrskonzept.

Bei einer HWK-Umfrage aus dem letzten Jahr gaben drei von vier Betrieben in Köln und Bonn an, regelmäßig im Stau zu stehen. Und das ist teuer: Etwa 30.000 Euro pro Jahr kostet sie der stockende Verkehr.

Bessere Koordination

Laut Dr. Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg, brauche es vor allem eine gesamtheitliche Koordination. "Wir plädieren sehr stark dafür, dass ergänzend zu den Konzepten einzelner Kommunen - der Stadt Bonn oder einzelner Städte im Rhein-Sieg-Kreis auch ein gemeinsames, regionales Verkehrskonzept aufgesetzt werden muss."

Austausch zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft

Über die Umfrage und wie ein funktionierendes Verkehrskonzept aussehen kann, tauschen sich am Dienstagabend (26.05.2026) die IHK, HWK, Kreishandwerkerschaft und die Stadt Bonn aus. Oberbürgermeister Guido Déus will dabei das Verkehrskonzept der Stadt Bonn vorstellen.

Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit der Industrie- und Handelskammer
  • WDR-Gespräch mit der Handwerkskammer Köln
  • IHK-Gutachten für ein Verkehrskonzept

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 26.05.2026, 18.09 Uhr

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