Blick auf die Rohre für die Rheinwassertrasse

2000 Rohre für die Rheinwassertrasse lagern bereits auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände

Tagebau Hambach: Rheinwasser-Transportleitung wird ab März gebaut

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Anfang März beginnt der RWE-Konzern offiziell mit dem Bau einer Transportleitung für Rheinwasser - für knapp eine Milliarde Euro.

Von Thomas Wenkert

Dem Energieversorger RWE zufolge ist es eines der größten Bauprojekte in Europa. Knapp eine Milliarde Euro investiert der Konzern. Von 2030 an soll erst der heutige Braunkohletagebau Hambach mit Rheinwasser befüllt werden, sechs Jahre später dann der bis dahin stillgelegte Braunkohletagebau Garzweiler.

Jährlich sollen etwa 400 Millionen Kubikmeter Wasser dem Rhein entnommen werden und über eine 45 Kilometer lange Transportleitung in die Tagebaue geleitet werden. Dafür wird in der Nähe von Dormagen eine Pumpstation gebaut.

Rund 9.000 zwölf Meter lange Rohre werden in den kommenden Jahren verlegt. Sie wurden mit Schiffen und der Bahn aus Algerien und der Türkei angeliefert. Einen deutschen Hersteller hat der RWE-Konzern nach eigenen Aussagen nicht gefunden.

Schifffahrt soll nicht gestört werden

Der RWE-Konzern betont, dass es durch die Entnahme von Rheinwasser zu keiner Beeinträchtigung der Schifffahrt kommen werde. Es habe zahlreiche Berechnungen gegeben. Auch die Qualität des Rheinwassers sei überprüft worden. Das jahrzehntelange Projekt sei beherrschbar und machbar, so der Energieversorger.

Nicht nur die Tagebaue sollen befüllt werden, sondern auch die Feuchtgebiete in der Nähe der Tagebaue. Ihnen wurde in den vergangenen Jahrzehnten Grundwasser entzogen. Jetzt soll der Wasserspiegel wieder normalisiert werden. RWE hofft, dass die Befüllung zwischen 2070 und 2100 abgeschlossen sein wird.

BUND: RWE soll Wasserentnahmegeld zahlen

Laut einem neuen Rechtsgutachten des Umweltverbandes BUND müsse der Energiekonzern für die geplante Befüllung der Tagebaulöcher Gebühren zahlen. Da RWE mit der Kohle Geld verdient hat, müsste das Unternehmen auch für die Folgen und das benötigte Wasser bezahlen.

Da die Rheinwassertransportleitung noch 70 Jahre nach Tagebauende betrieben werden soll, könnte durch das Wasserentnahmeentgelt ein Milliardenbetrag zustande kommen.

"Das Rechtsgutachten zeigt: RWE ist ohne Wenn und Aber zur Zahlung des Wasserentnahmeentgelts verpflichtet. Anstatt die Verantwortung für die wasserwirtschaftlichen Langzeitfolgen der Braunkohlengewinnung auf die Allgemeinheit abwälzen zu wollen, muss RWE endlich zu seiner Verantwortung der dauerhaften Nachsorge stehen." Dirk Jansen, NRW-Geschäftsleiter des BUND

In der Vergangenheit hatte RWE verlautbaren lassen, dass es sich bei den Maßnahmen um "behördlich angeordnete Benutzungen" handele, weshalb der Konzern die Gebühr nicht zahlen müsse. Darüber hinaus müsse die Landesregierung endlich eine verursachergerechte Haftungslösung für alle Langzeitschäden des Braunkohlenbergbaus vorlegen.

Speedway in Hambach wird gesperrt

Am Braunkohletagebau Hambach sollen am 2. März die ersten Tiefbauarbeiten beginnen. Dafür muss der knapp sieben Kilometer lange "Speedway" gesperrt werden. Die ehemalige Förderbandtrasse wird vor allem von Radfahrern und Fußgängern genutzt.

Jetzt sollen dort die ersten Rohre verlegt werden. RWE geht davon aus, dass die Arbeiten Ende 2027 hier abgeschlossen sein werden. Für die ganzen Bauarbeiten gilt: Eingriffe in die Natur sollen möglichst vermieden werden. Und auch Anlieger sollen so wenig wie möglich durch Lärm oder Dreck belästigt werden. 

Dutzende Unterquerungen

Es gibt aber auch heikle Stellen beim Bau der Pipeline. Einige Rohre müssen unter der Erft verlegt werden. Insgesamt sind bis zu 30 Unterquerungen geplant. RWE rechnet mit einer Bauzeit von fünf Jahren. Nach der Befüllung der heutigen Tagebaue Hambach und Garzweiler soll die Leitung nicht mehr zurückgebaut werden. 

Tagebau Hambach: Rheinwasser-Transportleitung wird ab März gebaut

WDR Studios NRW 12.02.2026 00:45 Min. Verfügbar bis 12.02.2028

Quellen:

  • Energiekonzern RWE

Sendung: WDR2 Aachen, Lokalzeit, 12.02.2026, 09:31 Uhr

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