Neue Giraffenanlage zur Jubiläumsfeier im Kölner Zoo
Lokalzeit aus Köln. 22.07.2025. 02:35 Min.. Verfügbar bis 22.07.2027. WDR. Von Christian David.
Der Kölner Zoo wird heute 165 Jahre alt – und ist damit der älteste Zoo in ganz NRW. Millionen Menschen kommen jedes Jahr, um die über 12.000 Tiere zu bestaunen. Lediglich der Dom verzeichnet in Köln noch mehr Besucher. In Anwesenheit von Ministerpräsident Hendrik Wüst wurde gefeiert. Ein besonderes Geschenk zum Geburtstag gibt es für die Giraffen: Sie bekommen ein neues Zuhause.
Die neue Giraffenanlage
400 Quadratmeter misst die neue Giraffenanlage - und damit ist sie doppelt so groß wie die alte. Für die Giraffen gibt es künftig aber nicht nur mehr Platz, sondern auch Rolltore an den Gehegen. Diese erlauben es den Tieren jederzeit, zwischen Innen- und Außengehege hin und her zu wechseln. So können sie frei entscheiden, wo sie sich gerade aufhalten möchten.
Außerdem wird es im Gehege eine Plattform geben, auf der die Besucher die Giraffen füttern können. Bald kann sich also jeder, der mutig genug ist, selbst von der blauen und klebrigen Zunge der Giraffen überzeugen.
Ministerpräsident Wüst lädt seine Ehrenpatenkinder ein
Hendrik Wüst feiert gemeinsam mit der Leitung des Zoos.
Anlässlich des Jubiläums hat Ministerpräsident Hendrik Wüst über 400 Ehrenpatenkinder mit ihren Familien in den Kölner Zoo eingeladen. Der Ministerpräsident übernimmt die Patenschaft für alle Drillinge und Mehrlinge, die in NRW geboren werden.
Bei den Feierlichkeiten betonte Wüst die große Bedeutung des Kölner Zoos als Lebensraum und Bildungsort für das ganze Land. "Der Kölner Zoo war einer der ersten, der eine Zooschule eingerichtet hat. Das begeistert natürlich Kinder – vor allem aus unseren großen Ballungszentren, die leider oft wenig Kontakt zur Natur haben. Deshalb ist die Zooschule besonders wertvoll", so der Ministerpräsident, "um Kinder mit Umwelt, Natur und Tierwelt in Berührung zu bringen“.
Proteste der Tierrechtsorganisation PETA
Zoodirektor Theo Pagel wertet den Besuch des Ministerpräsidenten als Zeichen der Solidarität in einer Zeit, in der der Zoo seiner Meinung nach zu Unrecht in der Kritik steht. Vor gut einer Woche musste der Kölner Zoo zwei Löwenbabys einschläfern, da sich Löwenmama Gina nicht um die Jungtiere kümmerte. Diese Entscheidung wurde von vielen Tierschützern öffentlich kritisiert.
PETA protestiert vor Kölner Zoo.
Auch heute protestierte die Tierrechtsorganisation PETA vor dem Kölner Zoo. Mit zwei Stofftierlöwen, Grabkerzen und einem Sensenmann erinnerten sie an die verstorbenen Jungtiere. Gleichzeitig richtete sich der Protest gegen die Wildtierhaltung im Allgemeinen sowie gegen das neue Giraffengehege.
"Wir sind heute hier, weil wir die Schließung aller Zoos fordern. 165 Jahre Kölner Zoo sind 165 Jahre Tiergefängnis. Die Giraffen können ihr natürliches Leben nicht ausleben", so die Tierrechtsorganisation. "Sie werden zur Schau gestellt und können sich nicht so fortbewegen, wie sie es normalerweise tun. Gerade im Winter ist das Leben der Giraffen sehr trist, weil sie aufgrund der kalten Temperaturen drinnen leben müssen und dort kaum Bewegungsfreiheit haben.“
Kölner Zoo setzt sich aktiv für Natur- und Artenschutz ein
Zoodirektor Theo Pagel ließ sich die Feierlaune davon jedoch nicht verderben. Er betonte, wie radikal die Forderungen von PETA seien und dass sich der Kölner Zoo bereits seit Jahrzehnten für Natur- und Artenschutz engagiere. „Für alle, die aktuell auf uns schimpfen: Die Tierrechtsorganisation PETA ist übrigens auch dagegen, dass Menschen einen Hund zu Hause halten. Die sind sehr extrem in ihren Forderungen und haben im Gegensatz zum Kölner Zoo aus meiner Sicht noch nie etwas geleistet, um Arten zu erhalten.“
Unsere Quellen:
- Beobachtungen und Interviews der WDR-Reporterin vor Ort