Mit 61 Jahren: Monheimer Polizist gehört zur Weltelite im Triathlon

03:11 Min. Verfügbar bis 16.04.2028

Mit 61 Jahren: Monheimer Polizist gehört zur Weltelite im Triathlon

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Er ist 61 Jahre alt, arbeitet Vollzeit als Bezirkspolizist in Düsseldorf-Garath - und gehört gleichzeitig zur Weltelite im Triathlon: Peter Lohmann aus Monheim ist jetzt als einer der erfolgreichsten Polizeisportler Deutschlands ausgezeichnet worden. Für ihn mehr als nur ein Titel.

Von Ina Reuter

"Ich mache keine halben Sachen! Nicht im Job und nicht in der Familie." Dieser Satz ist typisch Peter Lohmann und lässt erahnen, warum seine Geschichte so außergewöhnlich ist. Die Ehrung der Polizeisportler des Jahres ist eine besondere Auszeichnung im Namen des Bundesinnenministers Alexander Dobrindt.

Der verrückte Traum: Vom Anfänger direkt zur Europaspitze

Alles beginnt mit einer Idee, die fast unrealistisch klingt: 2009 träumt Lohmann davon, beim Ironman auf Hawaii zu starten - obwohl er noch nie zuvor einen Triathlon absolviert hat. Am Küchentisch fällt die Entscheidung gemeinsam mit seiner Familie. Seine Frau Birgit sagt damals: "Wenn für uns dabei Hawaii rausspringt, dann mach das mal."

Was folgt, ist kaum zu glauben: Beim Ironman in Frankfurt wird Lohmann auf Anhieb Vize-Europameister - und qualifiziert sich direkt für die Weltmeisterschaft auf Hawaii. Ein Durchbruch, der selbst ihn überrascht. Jetzt beginnt für die Familie das große Abenteuer.

Zwischen Streifenwagen und 15 Stunden Training: Der Preis des Erfolgs

Aber der Weg dorthin ist hart. 40 Stunden Polizeidienst, dazu rund 15 Stunden Training pro Woche. Manchmal sind es auch mehr Sporteinheiten. "Wenn es Polizeieinsätze gab oder Familienfeiern anstanden, bin ich eben um vier Uhr morgens aufgestanden, um mein Pensum zu schaffen", sagt er.

Seine Familie trägt die Belastung mit - manchmal bis an die Grenze. "Meine Frau hat sich teilweise als alleinerziehend gesehen!"

Peter Lohmann mit Ehefrau Birgit: einer der besten Polizeisportler des Jahres

Peter Lohmann mit Ehefrau Birgit: "Nur mit der Unterstützung meiner Familie habe ich das geschafft!"

Doch Lohmann bleibt konsequent. Disziplin, Wille und ein unerschütterlicher Ehrgeiz treiben ihn an - immer mit dem großen Ziel vor Augen.

Hawaii: Hitze, Schmerz und Gänsehaut-Momente

Dann fliegt die Familie das erste Mal gemeinsam nach Hawaii. 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, dazu ein Marathon - bei bis zu 40 Grad. "Wenn es weh tut, dann zählt beim Triathlon die mentale Stärke", sagt Lohmann. Seine Frau und die Kinder sind mit an der Strecke. "Immer meine Riesenunterstützung", sagt er lächelnd.

Und Lohmann liefert: Top Ten seiner Altersklasse. Ein Moment, der ihn bis heute bewegt. "Wenn ich die Fotos vom Zieleinlauf sehe, kriege ich heute noch Gänsehaut. Diese Erlebnisse sind unbeschreiblich", erzählt er.

"Das habe ich meiner Frau versprochen!"

Inzwischen hat Lohmann fast jedes bedeutsame Ironman-Rennen absolviert: Frankfurt, Hamburg, Lanzarote, fünf Mal Ironman Hawaii. Aktuell ist er zum zweiten Mal Europameister seiner Altersklasse. Er hat sich in den vergangenen 15 Jahren in der Weltspitze etabliert. Kein Wunder also, dass der Bundesinnenminster den Polizisten jetzt ehrt.

Nächstes Jahr geht Lohmann in Rente. Mit 62 wird er die Wache in Düsseldorf-Garath verlassen. "Dann reisen meine Frau und ich gemeinsam herum und ich mache nur noch kleine Wettkämpfe", sagt er. Das habe er seiner Frau versprochen.

Unsere Quellen:

  • Reporterin im Gespräch mit der Familie
  • Peter Lohmann und Familie

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 16.04.2026, 19.30 Uhr

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