Forum zum Neubau der Oper in Düsseldorf: Viele Fakten, wenig Kritik
00:47 Min.. Verfügbar bis 19.11.2027.
Forum zum Neubau der Oper in Düsseldorf: Viele Fakten, wenig Kritik
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Die Oper in Düsseldorf liegt offenbar vielen Menschen am Herzen. Am Samstag kamen 1300 Besucherinnen zur Premiere von Dornröschen, am Dienstagabend mehr als 1000 zum "Forum Oper der Zukunft". Dort wurden die Siegerentwürfe für den notwendigen Neubau vorgestellt. Kritik gab es aber kaum.
Es war kein alltäglicher Opernbesuch gestern Abend in Düsseldorf. Dort ging es diesmal nicht um Ballett oder hohe Kunst sondern um Fakten, Baupläne und Kosten. Und trotzdem waberte eine neugierige Aufregung durchs Haus. Mehr als 1000 Menschen waren gekommen, um sich anzuhören, wie der Neubau der Oper aussehen könnte.
Ein Modell des Siegerentwurfs für die neue Oper in Düsseldorf
"Kein Fotomotiv für Touristen"
Es waren überwiegend Gäste, die sich bereits mit der Thematik auskannten und deswegen auch rege diskutierten. Den meisten Besuchern waren die vier Entwürfe für die Oper bekannt, die eine Fachjury in der vergangenen Woche ausgewählt hatte. Aber nicht allen gefiel der Siegerentwurf eines norwegischen Architekturbüros.
Willi Müller und Barbara Lohrscheid beim Forum "Oper der Zukunft"
"Der Standort in der Innenstadt passt nicht zur Deutschen Oper am Rhein", sagte Willi Müller. Barbara Lorscheid pflichtete bei: "Aber in Zukunft muss man durch die großen Panoramafenster auf die Karstadt-Fassade schauen. Das gefällt mir nicht, gerade mit Blick auf die hohen Kosten." Jens, der seinen Nachnamen nicht nennen wollte, ergänzte: "Das wird kein Fotomotiv für Touristen."
Die Kritik blieb aber im Foyer. Im gut gefüllten Saal stellten Kulturdezernentin Miriam Koch, gemeinsam mit Alexandra Stampler-Brown, Geschäftsführende Direktorin der Oper am Rhein, und Heiner Farwick, dem Vorsitzenden der Fachjury, die vier Opernentwürfe vor. Alle bekamen großen Applaus. Danach nahmen sie Stellung zur Kritik aus verschiedenen Internetkommentaren.
Wie werden die Kosten gedeckt?
"Ich bin sicher, dass wir den Kostendeckel von einer Milliarde halten können", sagte Miriam Braun. Heiner Fahrweg ergänzte, dass Düsseldorf ehrlich geplant habe, um Kostensteigerung zu vermeiden. Doch so richtig glauben wollten das nicht alle Opernbesucher.
Berthold Tielke beim Forum "Oper der Zukunft"
Zum Bespiel Berthold Tielke. Er war eigentlich immer für die neue Oper, bis er sich vor ein paar Wochen Gedanken um die Kosten gemacht hat. "In der Milliarde sind die 130 Millionen Euro für das Grundstück ebensowenig eingerechnet wie die Zinsen. Am Ende landen wir dann doch bei 1,5 Milliarden."
Oper, Ballett, Musikschule und Musikbibliothek
Udo und Dirk Kamp beim Forum "Oper der Zukunft"
Der Großteil der Besucher aber freute sich auf das neue Gebäude, in dem neben Oper und Ballett auch die Clara-Schumann-Musikschule und die Musikbibliothek untergebracht werden soll. Geplant sind auch ein Restaurant, ein Foyer mit Coworking-Spaces und eine Studiobühne. So soll das neue Haus zum Treffpunkt werden. "Oper für alle", nannte das Alexandra Stampler-Brown. "Das wird die Innenstadt aufwerten", sagten Udo Kamp und sein Mann Dirk, "die Gegend wird sich verändern."
Gegen 22 Uhr endete das Forum "Oper der Zukunft". Die Diskussion aber wahrscheinlich noch lange nicht.
Unsere Quelle:
- Gespräche und Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort