Düsseldorf stellt Siegerentwurf für Opern-Neubau vor

Lokalzeit aus Düsseldorf 13.11.2025 02:34 Min. Verfügbar bis 13.11.2027 WDR Von Daniela Partenzi

Düsseldorf stellt Siegerentwurf für Opern-Neubau vor

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Der Neubau der Oper ist das größte Bauprojekt Düsseldorfs der nächsten Jahre. Bei der Vorstellung gab es jetzt erste Eindrücke.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) und der Vorsitzende des Preisgerichts haben am Donnerstag den Siegerentwurf für den geplanten Neubau der Oper vorgestellt. Das größte städtische Bauprojekt der kommenden Jahre ist im Rat umstritten.

Gewonnen hat der Entwurf eines Architektenbüros aus Oslo. Er war unter den verbliebenen acht Teilnehmern des Wettbewerbs einstimmig von der Jury zum Sieger gekürt worden.

Drei Gebäudeteile mit klaren Kanten

Ein weißes Stadtmodell mit einem markanten Bau in der Mitte

Der Siegerentwurf im Modell

Der Siegerentwurf zeigt das künftige Opernhaus als dreiteiligen Komplex mit klaren Grenzen, zwei großen Dachschrägen und teilweise übergroßen Panoramafenstern. Auf diese Weise soll sich das Gebäude gut in die Umgebung mitten in der dicht bebauten Innenstadt einfügen.

Die Verantwortlichen zeigten sich mit der Entscheidung sehr zufrieden: "Das ist ein großer Tag für Düsseldorf. Der Entwurf vereint Funktionalität, Offenheit und architektonische Attraktivität, so dass die neue Oper ein Wahrzeichen der Stadt werden kann", freute sich Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU).

Preisgericht lobt Markanz und Offenheit zugleich

Der Vorsitzendes des Preisgerichts, Heiner Farwick, lobte die besondere Architektursprache des Entwurfs: "Der geschickt in drei Segmente gegliederte Baukörper reagiert gekonnt auf sein Umfeld, eröffnet vielfältige Ausblicke in die Stadt. Das Forum bietet eine einzigartige Atmosphäre und schafft damit einen Ort der Begegnung in dem Umfeld von Kultur für alle Bürger."

ein Computerbild von einer Bühne und einem großen dunklen Saal mit Sitzplätzen

So soll der künftige Opernsaal aussehen

Auch die Beschäftigten der Oper selbst zeigten sich von dem Entwurf angetan. "Das ist ein großer Meilenstein für uns. Wir werden in dem neuen Haus sehr gut und effizient mit der Musikbibliothek und der Clara-Schumann-Musikschule zusammenarbeiten können. Im Erdgeschoss können und wollen wir immer wieder neue Angebote für die Menschen machen und sie einladen, reinzukommen", so die geschäftsführende Direktorin Alexandra Stampler-Brown.

Rat entscheidet über weitere Schritte

Nach der Vorstellung der Entwürfe folgt jetzt eine vertiefe Prüfung des Siegers durch die städtische Bautochter IPM. Im ersten Halbjahr 2026 will die Stadt dem Rat dann einen Entscheidungsvorschlag für die weitere Planung vorlegen.

Darin soll dann auch eine konkrete Kostenschätzung enthalten sein. "Der Siegerentwurf zeichnet sich wirklich durch eine hohe Wirtschaftlichkeit aus, auch im Vergleich zu den anderen Entwürfen. Unser Vorschlag wird unter einer Milliarde Euro liegen", betonte Keller. SPD und Grüne im Rat drängen auf eine starke Kostenkontrolle beim Neubau. Kellers CDU will mit den Grünen in einer Koalition einen Kostendeckel von Milliarde Euro festschreiben.

Langer Streit um Standort und Kosten

Dem Architekturwettbewerb war eine lange und kontroverse politische Debatte vorausgegangen - ob es überhaupt einen Neubau braucht, wo er entstehen soll und wie teuer er werden darf. Lange sollte das aktuelle Opernhaus am denkmalgeschützten Hofgarten abgerissen und dort neugebaut werden. Dagegen gab es jedoch unter anderem von den Grünen und Umweltschützern starken Widerstand.

René Benko

Die Pleite von Signa-Chef Benko ermöglichte den Flächenkauf

Durch die Insolvenz der Signa-Gruppe ergab sich kurzfristig die Möglichkeit für die Stadt, die Fläche des ehemaligen Kaufhof-Komplexes am Wehrhahn mitten in der Innenstadt zu kaufen. Dieser Standort fand schließlich eine politische Mehrheit. Trotzdem hatte die Opern-Debatte die Ratskooperation von CDU und Grünen zwischenzeitlich gespalten.

Baustart erst in einigen Jahren

Bis die ersten Bagger rollen, werden allerdings noch einige Jahre vergehen. Jetzt müssen unter anderem Planungsverträge ausgehandelt werden. Der Rat muss weitere Planungsgelder von gut 30 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre auch erst noch bewilligen - ebenfalls auf Druck von SPD und Grünen.

Ob sich der geplante Kostendeckel von einer Milliarde Euro einhalten lässt, dürfte zumindest fraglich sein. Die Politik hat den finalen Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss für 2028 geplant. Im Idealfall könnte die neue Düsseldorfer Oper 2033 fertig sein.

Düsseldorf stellt Siegerentwürfe für Opern-Neubau vor

WDR Studios NRW 13.11.2025 00:41 Min. Verfügbar bis 13.11.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Stadt Düsseldorf
  • Ratsfraktionen Düsseldorf
  • Ratsvorlagen
  • WDR-Interview mit Oberbürgermeister Stephan Keller
  • WDR-Interview mit Alexandra Stampler-Brown, Deutsche Oper am Rhein
  • Vorsitzender des Preisgerichts, Heiner Farwick

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