Sprengung Kühlturm Frimmersdorf
Lokalzeit aus Düsseldorf. 26.02.2026. 03:14 Min.. Verfügbar bis 26.02.2028. WDR. Von Markus Waerder.
In Frimmersdorf bei Grevenbroich ist ein 117 Meter hoher Kühlturm gesprengt worden. Wie geplant brach er mit einem lauten Knall ganz langsam in zwei Teile. Eine dichte Staubwolke blieb auf dem Gelände zurück. Das einst größte Braunkohlekraftwerk der Welt ist seit acht Jahren außer Betrieb – ein sichtbares Zeichen für den Braunkohleausstieg in NRW.
Rückbau läuft planmäßig
Schaulustige warten auf die Sprengung des Kühlturms
Seit Juni 2025 wird das Gelände zurückgebaut. Nach Angaben des Abbruchunternehmens sollen die Arbeiten bis 2028 dauern. Betroffen sind die 300-Megawatt-Blöcke P und Q sowie mehrere Nebenanlagen. Jetzt ist der markante Kühlturm gesprengt worden.
Sperrungen rund um die Sprengung
Während der Sprengung wurde das Gebiet weiträumig abgesichert. Abschnitte der Energiestraße (L 361) und sogar die Erft wurden kurzzeitig gesperrt. Wer den Fall des Kühlturms sehen wollte, brauchte Abstand – und Geduld.
Schaulustige bei der Sprengung
Vor der Sprengung haben sich schon Schaulustige hinter der Absperrung versammelt. Darunter Alfons Pelzer. Er hat selber 43 Jahre im Tagebau Garzweiler gearbeitet. Alfons Pelzer bedaure die Sprengung, weil viele Arbeitsplätze wegfallen würden: "Die Zeit ist vorüber. Man findet sich damit ab", sagt er.
Schaulustige vor dem Kühlturm: Hubert Wissdorf (rechts), Alfons Pelzer (links)
Auch Hubert Wissdorf wartet gespannt auf die Sprengung. Er erinnert sich noch genau: "Als Kinder, wenn man vom Urlaub zurück kam und man sah RWE mit dem riesigen Kühlturm, (...) dann wusste man, man ist bald wieder zuhause", sagt er.
Neues Kapitel für Frimmersdorf
Der Standort soll Zukunft bekommen: Stadt Grevenbroich, Rhein-Kreis Neuss und das Land NRW gründeten die "Zukunfts.Kraftwerk Frimmersdorf Strategie GmbH". Herzstück der Pläne: die 550 Meter lange Maschinenhalle als Zentrum digitaler Innovation.
Symbol des Wandels
"Wir schaffen neue Perspektiven für Wertschöpfung, Ausbildung und nachhaltige Entwicklung", sagt Bürgermeister Klaus Krützen, SPD. Das Projekt solle ein Leuchtturm des Strukturwandels werden. Bis der künftige Innovationsstandort öffnet, wird es aber noch dauern.
Unsere Quellen:
- Stadt Grevenbroich
- Nachrichtenagentur dpa
- Land NRW
- Klaus Krützen, Bürgermeister Grevenbroich
Sendung: WDR.de, Ex-Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf: Kühlturm gesprengt, 26.02.2026, 6:00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 26.02.2026, 19.30 Uhr