Hundekotbeutel-Initiative in Niederkassel | Lokalzeit aus Köln
02:35 Min.. Verfügbar bis 30.07.2027.
Wenn Hund mal muss, muss Mensch sauber machen. Das ist eine Verordnung der Stadt. Dafür hingen auch in Niederkassel an vielen Stellen Hundekotbeutel-Spender. Diese suchen Hundehalter allerdings jetzt vergeblich. Die Stadt habe sie einfach abhängen lassen, ärgert sich eine Hundebesitzerin in Niederkassel-Rheidt.
Inzwischen seien auch die Hundekotbeutel-Spender verschwunden. Heißt: Beim Gassi-Gehen fehlte plötzlich der Beutel.
6.000 Euro Ersparnis durch Kotbeutel-Aus
Man müsse sparen, heißt es aus dem Rathaus. Vor zwei Jahren hatte die Stadt schon die Grundsteuererhöhung beschlossen. Das hat offenbar nicht gereicht. "Jede Maßnahme ist wichtig", sagt Niederkassels Bürgermeister Matthias Großgarten von der SPD. "Wir haben ein Haushaltsloch von neun Millionen jährlich." Und von dem müsse man bis 2033 wegkommen. Hundekotbeutel seien eine freiwillige Leistung und die habe man jetzt gestrichen. 6.000 Euro spart die Stadt für Kotbeutel, plus Personalaufwand - klingt nach Kleinkram.
Einstimmiger Ratsbeschluss
Der Ratsbeschluss sei einstimmig gewesen, so Dano Himmelrath von der CDU. Gespart würde auch an anderen Stellen. Beispielsweise hat die Stadt drei von fünf Büchereien geschlossen, beispielsweise in Rheidt. Auch die Öffnungszeiten für den öffentlichen Badebetrieb im Hallenbad hat die Stadt stark eingeschränkt. Und eben die Hundekotbeutel abgeschafft - nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist.
Petition gegen Abschaffung der Hundekotbeutel
Ein dicker Hund, finden Frauchen und Herrchen. Schließlich zahle man ja Hundesteuer, sagt Hundehalterin Heidi Kraft-Kronenwett. Und die sei auf 120 Euro erhöht worden, fügt Willi Wagner hinzu. "An diesem Betrag soll es jetzt liegen? Kann ich nicht so richtig nachvollziehen", sagt er. Eine Petition im Netz gegen die Abschaffung der Beutel hat schon mehr als 830 Unterschriften und es gibt einen Bürgerantrag dazu.
Thema erneut im Rat
Jetzt wird der Rat sich also erneut mit dem Thema beschäftigen müssen. Diskussionsbedarf gab es schon bei der Straßenbeleuchtung. Die war nachts abgeschaltet worden. Damit wollte die Stadt 200.000 Euro sparen. Nach Bürgerbeschwerden bleibt sie inzwischen wieder an. Jetzt müssen also die Ratsmitglieder entscheiden: Was ist wichtiger - Hundekotbeutel, Büchereien oder Schwimmzeiten erhalten? Und wo kann die Stadt das fehlende Geld vielleicht sonst einsparen?
Unsere Quellen:
- Interview mit Bürgermeister Matthias Großgarten in der WDR Lokalzeit aus Bonn vom 29.07.2025
- Gespräch mit Hundebesitzern in Niederkassel
- Online-Petition