Düsseldorf und Köln haben im Bewerbungsprozess um den Standort die nächste Runde erreicht. Sie sind die einzigen NRW-Städte, die noch im Rennen sind. Essen und Dortmund seien nicht mehr im Verfahren, heißt es von der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), die sich auf ein vorliegendes Schreiben an die Oberbürgermeister der vier Städte beruft.
In der engeren Auswahl sind auch Standorte in den Bundesländern Sachsen und Bayern. Die endgültige Standortentscheidung soll nach aktuellem Stand im ersten Halbjahr 2026 erfolgen.
Düsseldorf sieht möglichen Standort als "Ehre"
Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hatte Mitte Dezember 2025 einstimmig beschlossen, sich zu bewerben. Als möglicher Standort war eine frühere Immobilie des Jungen Schauspiels an der Münsterstraße im Stadtteil Rath im Gespräch. Schon im Dezember war dann eine Delegation aus Israel nach Düsseldorf gereist, um den möglichen Standort für das Bildungszentrum zu besichtigen.
Auf die Nachricht, weiterhin im Rennen zu sein, reagiert Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller freudig: "Die einzige Außenstelle von Yad Vashem in der Landeshauptstadt beheimaten zu dürfen, wäre eine große Ehre für uns. Wir sind stolz auf das uns entgegengebrachte Vertrauen."
Jüdische Menschen "seit über 1.700 Jahren" Teil von Köln
Der Kölner Stadtrat hatte sich im vergangenen Jahr mit breiter Mehrheit hinter die Bewerbung gestellt. "Jüdinnen und Juden prägen die Stadt nachweislich seit über 1.700 Jahren maßgeblich mit und sind auch heute ein selbstverständlicher und hochgeschätzter Teil der Stadtgesellschaft", heißt es in dem entsprechenden Antrag des Rates.
Die Stadt habe schon wichtige Kultureinrichtungen wie das NS-Dokumentationszentrum und das im Bau befindliche Jüdische Museum MiQua - das schaffe eine starke Basis für weitere Bildungsarbeit. Außerdem wird die langjährige Städtepartnerschaft zwischen Köln und Tel Aviv-Jaffa betont.
Bildungszentrum gegen Verharmlosung des Holocausts
Das geplante Bildungszentrum soll weltweit der erste Ableger der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem außerhalb Israels werden. Das sogenannte Yad Vashem Education Center soll unter anderem Seminare für Schulklassen, Lehrkräfte und Polizeibeamte anbieten und die Holocaustforschung unterstützen.
Der Vorsitzende von Yad Vashem erklärte, das neue Bildungszentrum werde dazu beitragen, der Verharmlosung des Holocausts entgegenzuwirken und stelle damit eine wichtige Säule im Kampf gegen Antisemitismus dar.
Unsere Quellen:
- Stadt Düsseldorf
- Antrag im Rat Köln, "Köln als Standort des Yad Vashem Education Centers", Sitzung vom 16.12.2025
- Evangelischer Pressedienst (EPD)
- Katholische Nachrichtenagentur (KNA)
Sendung: WDR.de, Düsseldorf und Köln für Gedenkstätte Yad Vashem im Rennen, 21.01.2026, 16:00 Uhr