Die Stadt Düsseldorf bewirbt sich als Standort für das erste Yad-Vashem-Bildungszentrum in Deutschland. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend einstimmig beschlossen.
Das Zentrum soll ein zentraler Bildungsort mit europaweiter Strahlkraft werden, heißt es. Doch es kommen noch weitere mögliche Standorte in Deutschland in Frage.
Delegation aus Israel besichtigt möglichen Standort
OB Keller im Gespräch mit einem Vertreter Yad Vashems
Anfang dieser Woche kam eine Delegation der bekannten Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem zu Besuch nach Düsseldorf, um den möglichen Standort für das Bildungszentrum zu besichtigen. Die Stadt hat dafür eine frühere Immobilie des Jungen Schauspiels im Stadtteil Rath vorgesehen.
"Die Eröffnung eines Yad Vashem Bildungszentrums außerhalb Israels – insbesondere in Deutschland – ist eine besondere Entscheidung. Es ist eine Aussage, ein Versprechen und eine moralische Verpflichtung", erklärt Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU).
Viel jüdisches Leben und Erinnerungskultur in Düsseldorf
Düsseldorf will unter anderem damit punkten, dass in der Stadt "Erinnerungskultur aktiv gelebt" werde, so betont Keller. Die Mahn- und Gedenkstätte, der Antisemitismusbeauftragte der Stadt und verschiedene Präventionsangebote leisteten bereits wichtige Beiträge.
Die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf
Die Jüdische Gemeinde der NRW-Landeshauptstadt ist die drittgrößte in Deutschland mit rund 7000 Mitgliedern. Vor fast zehn Jahren ging in Düsseldorf das erste und bislang einzige jüdische Gymnasium NRWs an der Stadt. Seit diesem Sommer hat die Stadt auch einen eigenen Antisemitismusbeauftragten, der das jüdische Leben fördern soll.
Sachsen und Bayern als weitere Kandidaten
Neben Nordrhein-Westfalen kommen nach einer bundesweiten Machbarkeitsstudie auch Sachsen und Bayern als mögliche Standorte für das Bildungszentrum in Frage. Die NRW-Landesregierung hofft, auch durch ihre langjährigen Beziehungen nach Israel am Ende den Zuschlag zu bekommen.
Landtagspräsident Kuper zu Besuch in Yad Vashem
Erst Ende Oktober besuchte Landtagspräsident André Kuper (CDU) die Gedenkstätte in Jerusalem. Seit Ministerpräsident Johannes Rau vor mehr als 30 Jahren waren alle seine Nachfolger zu Besuch in Israel und Yad Vaschem. Seit 2020 gibt es sogar ein eigenes Verbindungsbüro des Landes in Tel Aviv. Die endgültige Entscheidung über den Standort des Bildungszentrums soll bis kommenden Sommer fallen.
Unsere Quellen:
- Stadtrat Düsseldorf
- Stadt Düsseldorf
- NRW-Landesregierung
Sendung: WDR.de, Düsseldorf will erstes Yad-Vashem-Bildungszentrum außerhalb Israels, 12.12.2025, 12.45 Uhr
