In Düsseldorf gibt es kurz vor dem Start des Straßenkarnevals am Mittwoch nochmal eine große Solidaritätsaktion mit Wagenbauer Jacques Tilly. Ihm wird derzeit in Russland wegen seiner satirischen Mottowagen der Prozess gemacht.
Solidaritätsanzeige in der Zeitung für Jacques Tilly
Unter dem Slogan "Die Gedanken sind frei" verteidigen rund 80 Brauchtumsvereine aus Düsseldorf, Köln und Mainz in einer großen Zeitungsanzeige in der Rheinischen Post das Grundrecht auf Meinungsfreiheit und die Freiheit der Kunst.
Unterzeichner stellen Meinungsfreiheit heraus
Die Unterzeichner der Anzeige stellen sich an die Seite des Düsseldorfer Wagenbauers. Darin heißt es: "Die Gedanken sind frei und müssen es bleiben. Eine Verpflichtung aus unserer eigenen Geschichte, in der Menschen und Gedanken unterdrückt wurden. Egal, ob Karneval, Fastnacht oder Fasching, ob Helau, Alaaf oder Hei-Jo! Wir stehen solidarisch an der Seite von Jacques Tilly, seinem Team und allen freien Geistern."
CC-Geschäftsführer Uwe Willer
Sie setzen bewusst auch einen Bezug zur NS-Zeit, in der viel unterdrückt und verboten worden sei. "Wir werden uns nicht einschüchtern oder gar den Mund verbieten lassen. Nicht nur wir Düsseldorfer freuen uns schon auf die neuen Mottowagen von Jacques Tilly, mit denen die Mächtigen jeglicher Couleur den Spiegel vorgehalten bekommen", betont Uwe Willer, Geschäftsführer des Comitees Düsseldorfer Carneval (CC).
Mehr Mottowagen als üblich
Tilly-Mottowagen im Rosenmontagszug 2023
Zahlreiche Brauchtumsvereine aus Düsseldorf haben die Anzeige unterzeichnet, aber auch prominente Vertreter aus Politik und Gesellschaft wie Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU), Landtagspräsident André Kuper (CDU) oder die "Toten Hosen".
Das Comitee Düsseldorfer Carneval kündigte an, dass an Rosenmontag "mindestens 13 Mottowagen" von Jacques Tilly durch die Düsseldorfer Straßen rollen werden - mehr als sonst üblich.
Unsere Quellen:
- Comitee Düsseldorfer Carneval
- Zeitungsanzeige der Vereine in der Rheinischen Post
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 11.02.2026, 8.31 Uhr
