Millionen für gerettete Braunkohle-Dörfer
Lokalzeit aus Aachen. 10.11.2025. 01:50 Min.. Verfügbar bis 10.11.2027. WDR. Von Silvia Andler.
Für die Revitalisierung der fünf Erkelenzer Dörfer Keyenberg, Kuckum, Ober- und Unterwestrich sowie Berverath übergab die Ministerin am Abend in der Herz-Jesu-Kirche in Kuckum einen Förderbescheid in Höhe von 14,3 Millionen Euro.
“Es geht weiter, es geht voran. Das ist das Signal, was heute vom Zukunftstag für die Dörfer ausgeht”, sagte die CDU-Politikerin. Diese Millionen seien ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung der ehemaligen Braunkohledörfer.
Geld fließt in Infrastruktur
Mit dem Geld will die Stadt Erkelenz erst einmal die Infrastruktur modernisieren. Jahrzehntelang wurde nicht mehr in die Dörfer am Tagebaurand investiert. Das Kanalsystem, aber auch die Straßen müssen erneuert werden. Außerdem soll der ehemalige Kindergarten in Keyenberg zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden.
"Danke der finanziellen Unterstützung des Landes können wir das Jahrzehnteprojekt, die fünf geretteten Dörfer wieder zu lebenswerten Orten zu machen, stemmen", erklärte der Erkelenzer Bürgermeister Stephan Muckel (CDU).
Hausrückkauf hat begonnen
Insgesamt rechnet die Stadt Erkelenz mit rund 170 Millionen Euro an Fördermittel für die Alt-Dörfer. In den fünf Erkelenzer Ortschaften können derzeit ehemalige Besitzer ihre Häuser wieder zurückkaufen. Ehemalige Umsiedler haben ein Vorkaufrecht.
Im ersten Quartal des kommenden Jahres soll es konkret werden. In einem nächsten Schritt sollen erst einmal Einwohner der Stadt sowie Berufstätige die Chance erhalten, ein Haus in den geretteten Dörfern zu erwerben.
Pläne für ehemalige Kirche
Die Gemeinde Merzenich am Braunkohletagebau Hambach ist schon einen Schritt weiter. Sie hat bereits Fördermittel in Höhe von rund 60 Millionen Euro für das gerettete Dorf Morschenich erhalten. Als erstes soll die ehemalige Kirche in dem Ort wieder aufgebaut werden. Das Gotteshaus wurde vor zwei Jahren bei einem Brand stark beschädigt. Mittlerweile trägt der Ort den Namen Bürgewald.
"Es ist wichtig, dass das Dorf wieder mit Leben gefüllt wird", so der Merzenicher Bürgermeister Georg Gelhausen (CDU). Die Kirche soll in Zukunft als Treffpunkt genutzt werden, aber auch für größere Veranstaltungen. Ein Architekturbüro aus Stuttgart hat den Wettbewerb gewonnen.
Früherer Kohleausstieg
Dass die Dörfer erhalten bleiben, hängt mit dem früheren Ausstieg aus der Braunkohle in Nordrhein-Westfalen zusammen. Im Oktober 2022 einigten sich Bund, Land und der Bergbaubetreiber RWE darauf, dass diese sechs Dörfer an den Tagebauen Hambach und Garzweiler nicht mehr abgerissen werden müssen.
"Die Bagger bleiben fern, das Herz bleibt hier - zusammen gestalten wir das Rheinische Revier", sagte Ministerin Ina Scharrenbach am Ende ihre Reise durch das Rheinische Braunkohlerevier.
Unsere Quellen:
- Ministerin Scharrenbach
- Bürgermeister Gelhausen
- Bürgermeister Muckel
- WDR-Reporter vor Ort