Aachen startet neues "Netzwerk Kinderschutz"
Lokalzeit aus Aachen. 20.11.2025. 02:35 Min.. Verfügbar bis 20.11.2027. WDR. Von Bettina Staubitz-Wirtz.
An dem Netzwerk beteiligt sind Behörden, Institutionen und freie Träger - darunter Jugend- und Gesundheitsämter, Ärzte, Polizei, Schulen, Kitas, Vereine und Hilfseinrichtungen. Gemeinsam wollen sie dafür sorgen, dass Kinder in Aachen noch besser geschützt werden.
Mehr Transparenz und Sicherheit
Das Netzwerk soll Abläufe klarer machen und allen Beteiligten Sicherheit geben. Ein Beispiel: Ein Kind kommt mit Verletzungen ins Krankenhaus. Der Notfallsanitäter ist unsicher, ob der geschilderte Unfallhergang stimmt. Ist das Kind wirklich die Treppe hinuntergefallen oder wurde es geschlagen?
In solchen Momenten soll künftig klar sein, wen der Sanitäter anrufen kann, welche Informationen weitergegeben werden dürfen und welche weiteren Schritte dann ausgelöst werden. So sollen Unsicherheiten verringert und schneller die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden.
Auftaktveranstaltung im Rathaus
Der offizielle Start des Netzwerks fand am Mittwoch (19.11.) im Aachener Rathaus statt. Jugendamtsleiter Tobias Grundmann sprach von "einem rundum gelungenen Start". Rund 200 Fachleute aus Behörden, Vereinen und Einrichtungen nahmen teil.
Auftaktveranstaltung des Netzwerkes im Aachener Rathaus
Viele arbeiten schon länger zusammen - durch das neue Netzwerk soll diese Zusammenarbeit nun noch enger und Abläufe besser aufeinander abgestimmt werden. Geplant sind auch Schulungen, Fortbildungen und Unterstützung bei Kinderschutzkonzepten, zum Beispiel für Sportvereine. Koordiniert wird alles vom Jugendamt.
Täglich mehrere Hinweise auf Kindeswohlgefährdung
Das Aachener Jugendamt erhält pro Jahr rund 1.100 Hinweise auf mögliche Kindeswohlgefährdungen – also etwa drei jeden Tag. Nicht alle bestätigen sich. Die meisten Meldungen kommen von der Polizei, gefolgt von Hinweisen aus dem privaten Umfeld wie Nachbarn, Freunden oder Verwandten.
Mehrere Broschüren zum Thema Kindeswohl
"Die Leute passen auf und schauen hin. Das ist gut so", betont Oberbürgermeister Michael Ziemons. Wenn Kinder akut gefährdet sind und keine Hilfsangebote angenommen werden, nimmt das Jugendamt sie vorübergehend oder länger in Obhut. Rund 250 Kinder und Jugendliche betrifft das jedes Jahr.
Netzwerk ist gesetzliche Pflicht
Mit dem neuen Netzwerk erfüllt Aachen eine gesetzliche Vorgabe des Landes NRW. Nach schweren Missbrauchsfällen in Lügde wurde im Landeskinderschutzgesetz festgelegt, dass jede Kommune ein solches Netzwerk einrichten muss.
Oberbürgermeister Michael Ziemons erklärt: „Wir nehmen das sehr ernst und erfüllen die gesetzliche Pflichtaufgabe gerne. Überall, wo Kinder leben, brauchen sie unseren Schutz.“
Unsere Quellen:
- Reporterin vor Ort
Über dieses Thema berichtet der WDR am 20.11.2025 auch im Radio, in der WDR2-Lokalzeit aus Aachen, und im Fernsehen in der Lokalzeit aus Aachen um 19:30 Uhr.