Kinderschutz: So wollen Gelsenkirchener Schulen Vorreiter werden
00:40 Min.. Verfügbar bis 21.11.2027.
"Empowerment" - vielleicht das Schlagwort, das an der Gesamtschule Buer-Mitte in Gelsenkirchen in den vergangenen Monaten am häufigsten gefallen ist. Denn genau das ist das Ziel, das diese und andere Schulen in der Stadt gerade gemeinsam verfolgen: Schülerinnen und Schüler in Notsitationen Sicherheit zu vermitteln.
Anlaufstellen in Problemsituationen
Unsicher können sich Kinder in vielen Situationen fühlen. Wenn sie auf dem Weg zur Schule oder zum Sport von Fremden angesprochen werden. Wenn sie auf dem Schulhof mit älteren Jugendlichen in Konflikte geraten oder wenn sie in der Klasse Opfer von Mobbing werden.
"Für all diese Themen wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler sensibilisieren und sie stärken", sagt die Leiterin der Gesamtschule Buer-Mitte, Ulrike Purz.
Kindern einen sicheren Platz bieten
Hilfe nicht nur in der Schule, sondern auch auf dem Schulweg
Anfang des Jahres machte sich die Schule mit verschiedenen Maßnahmen als "Pilotschule" auf den Weg. Geschäfte, Firmen oder Vereine im Einzugsgebiet der Schule wurden gefragt, ob sie "Schutzinseln" werden wollen. Das bedeutet: Sie signalisieren mit einem offiziellen Aufkleber ihre Bereitschaft, Kindern in alltäglichen Problemsituationen unkompliziert Schutz zu bieten.
Ein Kind, das sich verlaufen hat, kann von dort zum Beispiel die Eltern anrufen. Ein Kind, das sich unsicher fühlt, kann hier einen sicheren Platz zum Warten finden, bis es abgeholt wird. Ein Kind, das geärgert wurde, soll hier einen Ort finden, an dem ihm einfach nur zugehört wird. So steht es im Konzept.
Viel Unterstützung für Projekt
Hier habe man viele Partner in der Nachbarschaft finden können, sagt Schulleiterin Purz. Eine weitere Säule sei dann die Sensiblilisierung in der Schule. "Ältere Schüler haben mit jüngeren über Notsituationen gesprochen und wie sie sich in denen verhalten sollen. Auch unsere Schülervertretung geht regelmäßig in die Klassen und klärt zu dem Thema auf", so Purz.
Unterstützung bekam die Schule in den vergangenen Monaten durch die Gelsenkirchener Initiative „KiJuTe“ (Kinder, Jugend, Teilhabe). Auch andere Schulen in der Stadt wurden in dieser Zeit ins Boot geholt. Sie alle sollen bald "Sicherer Hafen"-Schulen werden.
Deutschlandweites Vorbild?
Die Initiatoren hoffen, dass das neue Kinderschutz-Konzept künftig mehr und mehr in Gelsenkirchen angenommen wird. Mehr noch: Das Projekt könnte deutschlandweit buchstäblich "Schule machen".
Unsere Quellen:
- Gesamtschule Buer-Mitte in Gelsenkirchen
- Initiative „KiJuTe“
